Kein Geheimnis mehr: Mobilfunkanbieter ziehen ihre Kunden über den Tisch !!11elf

Sie können es nicht lassen. Für Mobilfunkanbieter ist das Abrechnen von Drittanbieter Leistungen und Mehrwertdiensten per Handyrechnung offenbar so attraktiv, dass sie weiterhin Grauzonen ausnutzen, um zu verdienen. Das berichtet die Stiftung Warentest in der November-Ausgabe ihrer Zeitschrift Finanztest.

Auch nach den seit Februar geltende neuen Regelungen zum Schutz von Mobilfunkkunden verstoßen Anbieter gegen geltendes Recht, etwa weil sie mit der Sperre des Mobilfunkanschlusses drohen. Dies ist illegal, wenn Kunden mit ihren eigentlichen Telefonkosten gar nicht im Rückstand sind. Finanztest berichtet sogar über Fälle, in denen Mobilfunkanbieter eigene Leistungen aufführten, die Kunden überhaupt nicht bestellt hatten.

Über die Mobilfunkrechnung können Kunden das bezahlen, was sie per Handy im Internet gekauft oder abonniert haben, etwa Spiele oder Videos. Dieser Betrag wird zusammen mit den Telefonkosten vom Konto abgebucht. Das kann sinnvoll sein, etwa beim Bezahlen von Parktickets, Fahrkarten und Zeitschriftenartikeln aus dem Netz. Doch seit Jahren beschweren sich Mobilfunknutzer, dass sie auf diesem Weg auch für Dinge zur Kasse gebeten werden, die sie nie gekauft haben.

Deshalb unbedingt die Mobilfunkrechnung checken und gegebenenfalls Widerspruch einlegen.

Nicht beirren lassen, wenn der Anbieter als angeblichen Bestellbeweis nur eine unplausible Zusammenstellung von Zahlen und Buchstaben vorlegt, denn das reicht nicht als Nachweis für eine willentliche Bestellung

so der Finanztest-Experte Theo Pischke.

 

Außerdem ist die Mobilfunkanbieter verpflichtet eine Drittanbietersperre einzurichten

wenn der Kunde dies online, per E-Mail oder telefonisch verlangt. Sie hilft aber offenbar nicht, wenn der Leistungsanbieter selbst eine Mobilfunkfirma ist.

 

Der Artikel Handy-Abofallen findet sich in der November-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und ist online unter www.test.de/handy-abofallen abrufbar.

 

Drittanbietersperre einrichten

Die Einrichtung der Drittanbietersperre erfolgt bei den Mobilfunkanbietern meist schnell und unkompliziert über den Kundenservice:

  • Telekom: 2202 vom Mobiltelefon / 0800 3 30 22 02 aus dem Festnetz
  • Vodafone: 12 12 vom Mobiltelefon / 0800 172 12 12 aus dem Festnetz
  • O2: 55 222 vom Mobiltelefon / 01804 05 52 22 aus dem Festnetz
  • Mobilcom Debitel: 22240 vom Mobiltelefon / 040 55 55 41 000 aus dem Festnetz
  • 1&1 Mobilfunk: 0721 9600
  • Congstar: 0221 79 700 700
  • Fonic: 0176 8888 0000
  • Aldi Talk: 0177 177 1157

Haltet bei eurem Anruf beim Mobilfunkanbieter auf jeden Fall Kundennummern und gegebenenfalls Kunden PIN/Passwort bereit. Bei den meisten Anbietern kann man diese Sperre auch über die Website, App oder via E-Mail anlegen lassen.

Inzwischen bieten die meisten Mobilfunkanbieter sogar Auswahlmöglichkeiten. So kann man zum Beispiel nur eine bestimmte Sparte sperren oder nur Abos. So kann man praktische Drittanbieter-Dienste für den Kauf von Tickets für Bus und Bahn behalten und ist trotzdem vor Abzockern geschützt.

Hinweis: Eine Drittanbietersperre schützt nur vor neuen Abofallen. Laufende Abos werden damit aber nicht gekündigt. Wenn du ein Abo abgeschlossen hast, musst du dieses gesondert kündigen.

Unter diesem Link findet ihr außerdem einen umfangreichen und ausführlichen Bericht der Verbraucherzentrale zu diesem Thema. Dort findet ihr unter anderem auch einen Musterbrief für Opfer von Abofallen, um einen unberechtigten berechneten Betrag auf der Mobilfunkrechnung beim Abobetreiber zurückfordern.


Und passen zum Thema Abzocke: Gefälschte Facebookseiten und wie man sie erkennt


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