Backup

Datensicherung ist für viele Benutzer ein Buch mit sieben Siegeln. Meist besteht kein Interesse, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen oder der Benutzer sieht einfach keinen Bedarf.

Seien wir mal ehrlich: Wer sichert regelmäßig seine Daten von PC und Smartphone? Moderne Betriebssysteme im Desktop- und Mobilbereich bieten mittlerweile sehr einfache und leistungsfähige Lösungen zur Datensicherung. Aber selbst wenn die Einstiegshürde gering ist wollen sich nur wenige Benutzer mit Datensicherung beschäftigen.

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Was ist ein 3-2-1 Backup?

Eines der bekanntesten und wohl am meisten empfohlene System für Backups nennt sich die “3-2-1 Methode”. Was bedeutet das? Ganz einfach:

  • Drei Kopien aller kritischen Daten
  • Zwei unterschiedliche Medien/Datenträger
  • Eine Kopie der Daten sollte einem geografisch getrennten Standort (offsite) gelagert werden

CD und USB-Stick

Medien können ganz klassisch natürlich USB-Sticks oder die gute alte CD sein. Etwas zeitgemäßer sind natürlich externe Festplatten im 3,5″ oder 2,5″ Formfaktor. Ein lokales NAS bietet meistens auch mehr als ausreichend Platz für ein umfangreiches Backup und kann auch noch andere Aufgaben im eigenen Netzwerk übernehmen, wie zum Beispiel als Medienserver zu agieren.

Unterschiedliche Kopien von Dateien kann man auch über eine tägliche, wöchentliche oder monatliche Rotation von Speichermedien erreichen, hierzu sei auch das Prinzip “Türme von Hanoi” beim entsprechend Wikipediartikel zu erwähnen.

Clouddienstleister bieten hochverschlüsselte Dienste zum Upload großer Datenmengen an. Ich persönlich nutze zur Zeit Crashplan, oft empfohlen wird auch Amazon Cloud DrivePrime-Kunden können schon mal rein schnuppern, der Speicherplatz für Fotos ist unbegrenzt vorhanden.

Meine persönliche Backup-Strategie sieht demnach zur Zeit folgendermaßen aus:

  • Große Daten wie Fotos liegen auf einer externen USB-Platte bzw. auf der internen Platte des Mac
  • Über TimeMachine werden alle relevanten Daten des Computers regelmäßig gesichert
  • Auf einem NAS liegt eine weitere Kopie der Daten, die auf der USB-Platte oder auf internen Platte liegen
  • Über Crashplan werden alle relevanten Daten bei einem externen Anbieter gesichert
  • Fotos (RAW und JPEG) liegen seit kurzem zusätzlich noch bei Amazon Cloud Drive

Warum zwei lokale Kopien und eine offsite Kopie?

Egal, ob man einen Mac oder einen PC nutzt, beide Systeme bieten leistungsfähige Mechaniken zur Datensicherung. Diese sind auch noch (mehr oder weniger) einfach zu bedienen. Wenn also die eingebaute Festplatte (oder SSD) das Zeitliche segnet, kann man relativ schnell wieder auf seine Daten zugreifen oder sie kurzfristig auf einem anderen Computer weiter nutzen.

Ein lokales Backup ist also schon mal ein guter Start. Eine “offsite” Kopie aller relevanten Daten aber ist der Schlüssel zu einer kompletten und umfangreichen Datensicherung. Diebstahl, Brand, Überspannung oder ein Wasserschaden können alle lokal vorliegenden Daten mit einem Schlag vernichten. Letztendlich ist man dann mehr als dankbar, eine (hoffentlich aktuelle) Kopie an einem weit entfernten Ort abgelegt zu haben.

Ist das die perfekte Strategie für eine Datensicherung?

Überraschung: Es gibt kein perfektes Backup! Aber das 3-2-1 Prinzip ist ein guter Start für die meisten Anwender, sowohl im privaten Bereich als auch im für kleinere Unternehmen. Und das beste Backup bringt einem nichts, wenn man es im Bedarfsfall nicht wieder zurückspielen kann. Deshalb gilt auch hier: Regelmäßige Tests bewahren den Nutzer im Ernstfall vor bösen Überraschungen.

Welche Erfahrung habt Ihr mit Datensicherung? Habt Ihr schon mal wichtige Daten verloren und wie sieht Eure Strategie gegen Datenverlust aus? Schreibt Eure Erfahrungen einfach in die Kommentare.

[Update April 2017]

Mit der Lösung von Crashplan als Off-Site-Backup war ich mehr oder weniger zufrieden. Preisliche zwar in Ordnung, aber der Uploadspeed war nicht der Beste. Außerdem gab es ein paar Änderungen in den AGB, die eher zweifelhafter Natur waren. Außerdem muss man sich ja immer mal nach Alternativen umschauen.

Und die habe ich momentan bei Amazon Drive gefunden. Für 70 € im Jahr bekommt man unlimitierten Online-Speicher. Natürlich braucht man einen Upload-Client. Hier bietet sich entweder die Lösung von Arq an, die allerdings mit weiteren 50 Euro zu Buche schlägt. Da ich aber eine Synologie NAS nutze, kann man hier Geld sparen. Mit dem Apps “Hyper Backup” kann man verschlüsselte Backups auf Cloudspeichern erstellen, mit “Cloud-Sync” Daten verschlüsselt 1:1 z.B. an Amazon Drive übertragen. Die Daten müssen nur auf dem NAS vorhanden sein. Ein weiterer Vorteil: Der Computer muss nicht die ganze Zeit laufen.

2 Kommentare
  1. Davis Seedorf sagte:

    Danke. Sehr informativ und einfach erklärt.

    Ich selber bin zwar eigentlich vom Fach, aber wie war das noch mit dem Schuster und seinen Leisten?
    Da ich 2 Wohnsitze habe und mit verschiedener Hardware arbeite musste ich ein System finden, in dem ich alle Daten zu jederzeit im Zugriff habe.
    Deshalb sichere ich auf verschiedenen Clouds und einem NAS.
    Das ganze mache ich automatisiert mit TimeMaschine und Yadis. Allerdings besteht hier noch Optimierungsbedarf.
    Immer wenn ich daran denke, dann sichere ich die wichtigsten Daten noch auf einer externen USB-Platte.
    Ach ja und meine Fotos habe ich zusätzlich noch in einem Online-Fotospeicher.

    Spannend finde ich das von dir erwähnte crashplan. Das werde ich mir mal ansehen.

    Liebe Grüße
    Davis

    Antworten
    • FastJack25 sagte:

      Bei einer Verteilung der Daten auf zwei Wohnsitze stellen sich dem Benutzer natürlich ganz andere Anforderungen, das kann ich sehr gut nachvollziehen. Eine Austausch über Cloudspeicher mit Synchronisierung auf ein NAS ist schon mal ein sehr effektiver Ansatz, dem stimme ich absolut zu.
      Crashplan war tatsächlich immer der “Way to go”, wie man so schön sagt und wurde auch mehrfach bei “Bits und so” empfohlen, leider hat der Anbieter vor einiger Zeit seine AGB´s nicht unbedingt zum Guten geändert. Ich selbst bin noch in einem Jahresvertrag, werde aber gegen Ende der Laufzeit mal die Alternative mit Amazon prüfen.

      Beste Grüße

      Bernd

      Antworten

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