Luca-App

Am 2.2.22 ist „Luca-App Löschtag“

Expert:innen rufen für den 2.2.22 auf Twitter dazu auf, gemeinsam eine Löschung der Luca-App auf den Smartphones durchzuführen.

Der Hintergrund des Aufrufs

Doch was ist der Grund, dass dieser Tweet momentan von so vielen Nutzern unterstützt und geteilt wird? Warum wollen so viele Menschen an dieser Aktion teilnehmen?

Die Luca-App – ursprünglich angedacht zur Nachverfolgung von Corona-Fällen – ist in den letzten Wochen durch verschiedenste Schlagzeilen immer mehr in Kritik geraten.

Viele Bundesländer wie Berlin, Bayern, Baden-Württemberg, das Saarland, Schleswig-Holstein, Bremen, Brandenburg und Hessen werden die Verträge für das Abonnement der Luca-App nicht mehr verlängern. Weitere Bundesländer beraten aktuell noch, ob die Nutzung der Verträge mit den privaten Betreibern Nexenio / Culture4life weitergeführt werden soll.
Prinzipiell macht es momentan eher den Eindruck, als stehe die Luca-App zur Kontaktnachverfolgung vor dem Aus.

Ein entscheidender Punkt hierfür ist, dass die Gesundheitsämter mit der Prüfung und Nachverfolgung von positiven Corona-Fällen seit Längerem überlastet sind und durch die aktuell hohen Fallzahlen keine Kontaktnachverfolgung mehr sicherstellen können. Die Gesundheitsämter geben hier selbst an, generell selten aber inzwischen kaum mehr auf die Luca-App zurückzugreifen.

In Bayern betrug die Zahl der positiven Coronameldungen über die Luca-App in den letzten 14 Tagen – Null.

Der eigentliche Zweck, mit dem die App durch Werbung des Rappers und Investors Smudo angetreten ist, wurde generell selten, aber wird derzeit gar nicht mehr erfüllt. Ganz im Gegenteil, Nutzer, die sich auf eine Warnung der Luca-App verlassen, werden diese nicht erhalten, was zu einer hohen Zahl nicht erkannten Corona-Fällen und somit weiteren Ansteckungen führen kann.

D. h. ein Kontakt mit einer Corona infizierten Person kann über die App nicht mehr getrackt werden, was die eigentliche Funktion dieser kostenintensiven App ad absurdum führt.
Führende IT-SicherheitsexpertInnen Deutschlands, der CCC, Netzpolitik.org, die SicherheitsforscherInnen Community sowie Politiker verschiedener Parteien haben von Anfang an gegen den Einsatz der Luca-App gewarnt und raten aus diesem Grund zur Nutzung der wirksameren Corona-Warn-App (CWA) anstatt der Luca-App.

Die CWA funktioniert dezentral und erfasst anonym alle Kontakte, die sich länger als 10 Minuten in der Nähe einer Person aufgehalten haben – mittels Bluetooth-Technologie. Sollte sich einer der Kontakte dann Corona positiv melden, bekommen die anderen über die CWA eine „rote Warnkachel“ als mögliches Risiko und können damit einen kostenlosen PCR-Test durchführen lassen bzw. sich in freiwillige Isolation begeben und frühzeitig auf Symptome achten. Die CWA hat durch das gute Tracking in den letzten Wochen wesentlich mehr Warnungen ausgesprochen als die Luca-App in ihrer gesamten Laufzeit.


‎Corona-Warn-App
‎Corona-Warn-App
Entwickler: Robert Koch-Institut
Preis: Kostenlos
Corona-Warn-App
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Mainzer Polizei greift auf Luca-Daten zu

Vor Kurzem ist an die Öffentlichkeit geraten, dass in Mainz von polizeilichen Ermittlern Daten vom Gesundheitsamt abgefragt wurden, um Zeugen nach einem tödlichen Sturz zu finden. Das Ganze ohne ausreichende Rechtsgrundlage. Was im ersten Moment hilfreich klingt, ist allerdings ein Missbrauch von persönlichen Daten durch Polizei und Staatsanwaltschaft. Auch in Baden-Württemberg kamen mehrere Fälle ans Licht, bei denen die Polizei auf personenbezogene Informationen aus der App zugreifen wollte.

Ursprünglich dienen die gesammelten Daten der Luca-App durch die Gesundheitsämter ausschließlich der Nachverfolgung von Corona-Fällen. Eine Möglichkeit des Missbrauchs muss hier dringend vermieden werden. Dies ist nur möglich, wenn auf die Luca-App verzichtet wird, denn wo ein Trog ist, sammeln sich auch die Schweine. Ebenso sehen Datenschützer das zentrale Speichern der sensiblen Daten der Luca-App als kritisch an.

Kosten der Luca-App gesenkt

Die Verträge von 13 Bundesländern über ein Abo mit den Luca-App Betreibern hatten bislang ein Jahresvolumen von ca. 20 Millionen Euro.
Ein hoher Betrag an Steuergeldern, wenn man bedenkt, dass die Kontaktnachverfolgung kaum noch gegeben ist, der Mehrwert über die ganze Laufzeit kaum genutzt wurde und damit letztendlich sehr fraglich war.
Aufgrund der „Kündigungswelle“ der Bundesländer haben die Luca-App Betreiber ein neues Geschäftsmodell vorgestellt und ihre Preise stark reduziert.

Pro Gesundheitsamt sollen künftig 9.000 Euro im Jahr statt bislang 18.000 Euro für das Abo fällig werden. Außerdem sollen die Verträge nun monatlich kündbar sein. In Zukunft soll die Luca-App auch zum Erwerben von Konzert-Tickets, Eintrittskarten etc. genutzt werden können – der „Smudo Konzertkartenverkauf“ sollte aber aus Sicht der Twitter Nutzer nicht auf Kosten der Steuerzahler finanziert werden.

Die Fehler häufen sich

Auf Twitter werden seit Monaten Fehler der Luca-App gesammelt. Experten wie Manuel Atug (@HonkHase) sammeln in einem Tweet seit Veröffentlichung der Luca-App Sicherheitsbedenken, Defizite, Fehler und Berichte aus Politik und Technik. Der Thread ist aktuell weit über 1.000 Einträge lang und wächst kontinuierlich weiter, da Luca liefert. Für interessierte Leser ein sehr empfehlenswerter Tweet-Thread der fachlich alles rund um das Thema Luca erklärt und selbstverständlich Fragen der Leser beantwortet. 

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Wer an dem Aufruf „Luca-App Löschtag“ teilnehmen möchte, kann über Twitter weitere Informationen dazu finden.

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Wichtig vor dem Löschen der Luca-App

Sollte sich ein Leser dieses Beitrags dazu entschieden haben, die Luca-App ebenfalls löschen zu wollen, ist wichtig, den Account vor der Deinstallation der App zu löschen.
Denn dies ist nach der Deinstallation der App nicht mehr möglich.
Dazu gibt es hier nochmal eine genaue Beschreibung -> exit.luca.fail

Über die Gastautoren

Manuel Atug (@HonkHase) ist Netzaktivist & IT-Sicherheitsberater und beobachtet den Werdegang der Luca-App von Beginn an kritisch und sorgt für Transparenz, wo Investor Smudo und die Betreiber diese nicht ausreichend sicherstellen.

Daniela Stoffers (@dani_stoffers) ist in der IT-Sicherheit tätig. Sie interessiert sich für die Entwicklung von Cyberbedrohungen sowie die Möglichkeiten der Abwehr.


 

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