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Mastercard und die Bonitätsüberwachung – Vom Regen in die Traufe?

Nach dem Datenskandal von MasterCard Priceless Specials hat das Unternehmen allen betroffenen Kunden ein Angebot unterbreitet. Aber hier kommt man wohl allen Anscheins nur vom Regen in die Traufe.

Wie schon in einem vorherigen Post erwähnt, hat MasterCard allen Opfern des Hacks bzw. Leaks nun endlich (mehr oder weniger) konkret über den Sachverhalt informiert. Den betroffenen wird ein Jahr lang kostenlos ein Dienst zur „Bonitätsüberwachung und zum Schutz vor Identitätsdiebstahl“ angeboten.
Ich habe bei MasterCard nachgefragt, was es damit genau auf sich hat.

 

Und MasterCard hat mir zügig geantwortet.

 

Vielen Dank, dass Sie sich an Mastercard wenden.

Mastercard bietet Ihnen kostenlos ein Jahr lang einen Dienst zur Bonitätsüberwachung und zum Schutz vor Identitätsdiebstahl an. Dieser Dienst (IdentityWorks Global Internet Surveillance) wird von Experian bereitgestellt und überwacht, ob Ihre persönlichen Daten auf öffentlichen Websites, Chatrooms, Blogs und an nicht öffentlichen Orten im Internet verfügbar sind, an denen Daten kompromittiert werden können, z. B. auf Seiten im Darkweb.

Experian IdentityWorks überwacht Tausende von Webseiten und Millionen von Datenpunkten mithilfe von Chatroom-Überwachung, Scraping und Forum Extraction, um nach persönlichen Informationen der Benutzer zu suchen. Wenn der Dienst ein Problem feststellt, erhalten Sie eine Warnmeldung und Anweisungen, wie Sie einen Experten erreichen können.

 

Dies ist ein optionaler Service. Es liegt ganz in Ihrem Ermessen, wie viele Informationen in die Identitätsüberwachung einbezogen werden sollen.

Führen Sie die folgenden Schritte aus, um Ihre persönlichen Daten zu überwachen:

1. Besuchen Sie die Experian IdentityWorks-Website: www.globalidworks.com/identity1

2. Geben Sie Ihren Aktivierungscode ein: XXXXXXX

3. Stellen Sie sicher, dass Sie sich bis zum 31. Dezember 2019 anmelden (Ihr Code wird nach diesem Datum nicht mehr funktionieren.)

Bitte beachte, dass:

– Der Aktivierungscode kann nur einmal verwendet werden.

– Für die Registrierung in Experian IdentityWorks ist keine Zahlungskarte erforderlich.

Bei allen Fragen zum Experian-Tool können Sie sich an das Support-Team unter globalidworks@experian.com wenden.

 

Bei Mastercard ist der Schutz Ihrer Daten sehr wichtig und wir nehmen diese Angelegenheit sehr ernst.

 

Ihr

 

Mastercard Team

 

Auf den ersten Blick wirkt das Angebot von Mastercard also gar nicht so schlecht. Wenn man sich jedoch mal etwas über das Unternehmen experian informiert, gerät man vielleicht ins Zweifeln.

 

Bei Wikipedia findet mal folgende Informationen dazu. (Link zum Beitrag)

 

Datendiebstähle

Die Experian-Tochter Court Ventures verkaufte personenbezogene Informationen von hunderttausenden Amerikanern an Hieu Minh Ngo, einem Vietnamesen der die Informationen dann auf den Webseiten Superget.info und Findget.me weiterverkaufte um den Käufern Identitätsdiebstahl zu ermöglichen. Die Informationen, die auf der Webseite anonym gekauft werden konnten, umfassten Name, Adresse, Sozialversicherungsnummer, Geburtsdatum, Arbeitsort, Dauer der Anstellung, staatliche Führerscheinnummer, Mädchenname der Mutter, Bankkontonummer(n), Bankleitzahl(en), E-Mail-Konto(en) und andere Benutzerpasswörter. 2015 wurde Hieu Minh Ngo von einem US-Gericht zu 13 Jahren Haft verurteilt. Court Ventures verkaufte Hieu Minh Ngo die Daten, weil er sich als Privatdetektiv ausgab.

Am 15. September 2015 wurden die Server von Experian gehackt. Bis zu 15 Millionen Menschen sind betroffen die entsprechende Dienste des Unternehmens in Anspruch genommen haben. Betroffen waren überwiegend Kunden der amerikanischen Mobilfunkfirma T-Mobile.

 

Die wirft natürlich kein besonders Gutes Licht auf den Anbieter.

 

Schon bei Priceless Specials setze MasterCard auf einen externen Dienstleister. Das Unternehmen hat es aber wohl nicht gerne, mit dem Vorfall in Verbindung gebracht zu werden. Also praktisch „Der dessen Namen nicht genannt werden darf“ ;)

Ob es jetzt der richtige Weg ist, dass MasterCard erneut die Arbeit einen externen Dienstleister zuschiebt, darf jeder für sich selbst entscheiden. Experian halte ich jedoch aufgrund der Berichte doch etwas fragwürdig. Ich persönlich werde den Dienst auf jeden Fall vorerst noch nicht nutzen und noch etwas Abwarten.

Bei einem Unternehmen wie der Schufa würde ich mich bedeutend besser aufgehoben wühlen. Diese bietet mit IdentSafe ein vergleichbares Angebot an. Welches jedoch kostenpflichtig ist und mit einem Preis von kapp 5€ monatlich nicht gerade günstig. Hier wäre also ebenfalls eine zeitweise, kostenlose Mitgliedschaft eine Option. Wenn auch diese Entschädigung mehr als dürftig wäre.

 

Schußwort

Ich für meinen Teil warte lieber noch etwas ab, bevor ich den Dienst buche. Werde wohl erst noch etwas ausführlicher recherchieren und abwarten was noch passiert.
Meine Daten sind ja schon im Netz… Was soll schon noch groß passieren?!

Endlich konkrete Informationen seitens Mastercard

Mehrere Tage nach dem großen Datenskandal hat Mastercard nun endlich reagiert und die betroffenen Nutzer konkret informiert. 

 

 

 

Wir schreiben Ihnen, um Sie über ein aktuelles Ereignis zu informieren, das sich auf Ihre in unserem Priceless Specials Programm erfassten personenbezogenen Daten auswirken könnte. Das Programm wird von einem unserer Dienstleister betrieben. Wir möchten Ihnen zunächst versichern, dass dieses Ereignis keine Auswirkungen auf das Mastercard Zahlungsnetzwerk hat; der Vorfall ist beschränkt auf das Priceless Specials Programm.

Was ist passiert?

Unlängst haben wir erfahren, dass unser Dienstleister, der das Priceless Specials Programm betreibt, einen Sicherheitsvorfall erlitten hat, der zur unbefugten Veröffentlichung der personenbezogenen Daten einiger unserer Kunden im Internet führte. Wir haben Sie als eine der Personen identifiziert, deren personenbezogene Daten betroffen sein könnten.

Welche Informationen waren betroffen?

Basierend auf den zu diesem Zeitpunkt bekannten Fakten sind die folgende Daten betroffen: Name, Geburtsdatum, Geschlecht, Postanschrift, E-Mail-Adresse, Telefonnummer und möglicherweise Ihre Zahlungskartennummer, die Sie genutzt haben, um sich im Programm zu registrieren. Weder Ihre Anmeldedaten noch Ihre Passwörter wurden offengelegt. Das Ablaufdatum und die Prüfnummer (CVC) ihrer Zahlungskarte wurden nicht offengelegt.

Welche Risiken bestehen?

Böswillige Dritte könnten Ihre Mastercard Zahlungskartennummer missbrauchen. Die betroffenen Daten könnten zudem verwendet werden, um Sie zu kontaktieren (z.B. per E-Mail, SMS oder Telefon) oder um zu versuchen, über einen Täuschungsversuch personenbezogene Daten von Ihnen zu beschaffen (bekannt als „Phishing“). Diese böswilligen Dritten könnten sich als Mastercard ausgeben oder Ihnen E-Mails senden, die so wirken, als kämen sie von Mastercard.

Mastercard wird Sie niemals direkt anrufen oder direkt per E-Mail kontaktieren, um persönliche Daten oder Kontoinformationen anzufordern. Betrügerische Anrufe, SMS oder E-Mails sollten Sie der Polizei und den zuständigen Behörden melden. Sollten Sie eine E-Mail erhalten, die vermeintlich von Mastercard stammt aber nicht von „mastercard.com“ gesendet wurde, dann können Sie dies an uns melden, indem Sie diese E-Mail an stopit@mastercard.com weiterleiten.

Das unternehmen wir dagegen

Nachdem wir von der Veröffentlichung der Daten im Internet erfahren hatten, haben wir den Vorfall umgehend untersucht. Wir überwachen fortlaufend, ob die Daten an anderer Stelle im Internet veröffentlicht werden, und wenn ja, werden wir alles tun, um sie zu entfernen.

Wir arbeiten eng mit den zuständigen Behörden zusammen, um diesen Vorfall zu untersuchen. Um Sie vor möglichen negativen Folgen zu schützen, bieten wir Ihnen an, ein Jahr lang für Sie kostenlos einen Dienst zur Bonitätsüberwachung und zum Schutz vor Identitätsdiebstahl ohne Kosten für Sie zu nutzen. Auch dann wenn Ihre Daten von dem Vorfall nicht betroffen waren, können Sie von diesem Service profitieren. Um Ihr Konto zu aktivieren, senden Sie bitte eine E-Mail an germany@mastercard.com.

Zudem haben wir Ihr kartenherausgebendes Institut über den Vorfall informiert, das Sie hinsichtlich Ihrer Zahlungskarte kontaktieren könnte. Und, wie immer, wird Mastercard Sie vor betrügerischen Abbuchungen und Transaktionen schützen. Siehe weitere Informationen hierzu unter: https://www.mastercard.de/de-de/faq.html#sicherheit.

Für weitere Informationen

Mastercard ist der Schutz Ihrer Daten sehr wichtig, und wir nehmen diese Angelegenheit sehr ernst. Wenn Sie Fragen haben, können Sie uns unter germany@mastercard.com kontaktieren.

Seien Sie versichert, dass wir daran arbeiten, jegliche Unannehmlichkeiten zu minimieren, die Ihnen durch den Vorfall entstehen können. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Ihr Specials-Team

Aldi Süd führt ab sofort Cashback-Service mit Mastercard ein

ALDI SÜD erweitert sein Angebot im Bereich der Bargeldauszahlung. Ab sofort können Kunden in allen Filialen neben der Girokarte auch mit der Debit- oder Kreditkarte von Mastercard Geld abheben.

Bereits seit Ende 2016 können Kunden in allen ALDI SÜD Filialen mit der Girocard aller Banken Bargeld an der Kasse abheben. Jetzt erweitert ALDI SÜD das Angebot. Ab einem Einkaufswert von zehn Euro ist die Bargeldauszahlung auch mit Debit- und Kreditkarten von Mastercard möglich.

„Wir freuen uns, dass mit der Erweiterung der Bargeldauszahlung nun noch mehr Kunden die Möglichkeit haben, bei ALDI SÜD Geld abzuheben. So können sie bei uns ihren Einkauf erledigen und gleichzeitig benötigtes Bargeld direkt mitnehmen“

erklärt Martin Lange, Leiter der Nationalen IT bei ALDI SÜD. Um den Service in Anspruch zu nehmen, müssen Kunden lediglich vor dem Bezahlen den ALDI SÜD Mitarbeitern an der Kasse den gewünschten Betrag, der abgehoben werden soll, nennen.

Zur Pressemitteilung

Mythen der bargeldlosen Bezahlung

Immer wieder kommt es bei Themen welche die Akzeptanz bargeldloser Zahlungsmittel (insbesondere Kartenzahlung) behandeln, zu Angriffen von Menschen die bargeldlose Zahlungsmittel verabscheuen. Hierbei werden oft vermeintliche Argumente verwendet welche Informationen enthalten die sich in der Regel von selbst aufheben.

Mit diesem Dokument möchten wir diese Mythen der bargeldlosen Bezahlung einmal aufklären und zwar mit Logik und Fachwissen aus dem Bereich Finanzwesen.
Es steht jedem Frei die hier genannten Argumente und Informationen durch etwas Nachdenken und frei zugänglichen Informationsquellen für Bildung und Wissen selbst zu prüfen. Niemand muss sie ungeprüft glauben, wenn er sie nicht glauben sollte.
Stand 19.01.2018

Vor- und Nachteile:

Bargeld:
  • +Anonym
  • +Funktioniert überall auch ohne Strom
  • +Hohe Akzeptanz
  • +Perfekt für Trinkgelder
  • +Budgetierung. Man hebt eine Menge X ab und verbraucht Sie. Kann daher nie mehr verbrauchen als man bei sich trägt
  • -Aufgrund Kameras In Geschäften, Seriennummern auf Scheinen und Fingerabdrücken auf Scheinen und Münzen könnte die Anonymität etwas eingeschränkter sein wie manche Glauben
  • -Falschgeld im Umlauf, das erhaltene Geld könnte wertlos sein, bei Verbreitung riskiert man entsprechende Strafen
  • -Hohes Risiko für Diebstahl und Raub
  • -Keine Haftung bei Verlust (Bei Verlust oder einfachem Diebstahl ist der Ersatz von Bargeld sehr schwierig bis unmöglich)
  • -Extra Transport. Man benötigt eine große Geldbörse in der alle Scheine und Münzen vorhanden sind. Firmen müssen größere Mengen in gesicherten transportern transportieren lassen.
  • -Unübersichtlichkeit. Man sieht nicht direkt wie viel Geld man hat, es muss erst gezählt werden.

 

Kartenzahlung:
  • +Einfaches Handling. Man muss die Karte lediglich in das Terminal stecken und die PIN kennen. Alternativ bei Kontaktloser Zahlung reicht bei kleinen Beträgen von unter 25/50 Euro sogar das Ranhalten an das Kontaktlos-Terminal. Ideal auch für Kinder
  • +Leichter Transport: Man benötigt nur eine Karte. Teilweise nicht einmal das, da bei Kontaktloser-Zahlung auch entsprechende Smartphones, Smartwatches oder Armbänder genutzt werden können.
  • +Geringe Haftungsgrenze: Bei nicht fahrlässigem Verlust, Diebstahl oder Raub der Karte beträgt die Haftung des Inhabers maximal 50€
  • +Schnelle Zahlung: Anständige Anbindung der Kasse vorausgesetzt ist eine Kontaktlose Zahlung innerhalb von ca. 4 Sekunden durch.
  • +Hohe Übersichtlichkeit: Jede Transaktion kann heutzutage in einer zum Konto der Karte gehörenden App in Echtzeit angezeigt werden.
  • +Geringe Missbrauchsgefahr: Man kann Kartenlimits oft selbst verwalten, die Karte temporär deaktivieren und wird bei Einsatz der Karte in Echtzeit über die Zahlung informiert. Bei Zahlung im Internet wird ein Rückfragesystem (z.B. Mastercard Identitycheck) verwendet oder der auf der Karte befindliche CVC Code abgefragt. Ohne diese Abfrage liegt die Haftung bei Missbrauch zumeist beim Händler.
  • +Budgetierung: Durch Einstellbare Tageslimits und Transaktionslimit verhindert man an einem Tag mehr Auszugeben als man möchte. Des weiteren bieten manche Banken Unterkonten an auf welche man eine Karte zuweisen kann, so das man z.B. für Partys ein extra Unterkonto hat und nur das Geld für die Party verbrauchen kann was vorhanden ist in diesem Unterkonto
  • +Sicherheit: Die Gefahr eines Raubüberfalls sinkt, einige Länder forcieren deshalb sogar die bargeldlose Zahlung, weil dort viele Händler immer wieder Opfer von Raubüberfällen waren, dies ist bei Mangel an Bargeld nicht mehr Lohnenswert.
  • -Betrag, Datum, Uhrzeit und Firma wo eine Transaktion durchgeführt wurde werden in einer Datenbank erfasst. Der Zahlungsdienstleister (z.B. Samsung Pay, Apple Pay, Google Pay, SEQR etc.) oder die Bank erhält dadurch die Information wann der Kunde welchen Betrag bei welchem Händler getätigt hat. Sollte auch der Standort (z.B. Netto Filiale 213 sag danke) übermittelt werden, so entsteht auch ein Bewegungsprofil.
  • -Es werden Kartenlesegeräte benötigt um die Kartenzahlung anzunehmen
  • -Händler zahlen Transaktionsgebühren (kein richtiger Nachteil, Bargeldakzeptanz kostet Unternehmen im Schnitt 2,75% des Umsatzes)

 

Ein kurzer Beitrag noch zu Bitcoin und viele andere Kryptowährungen viele Menschen Glauben diese Zahlungsmittel seien völlig Anonym, weshalb eben auch Kriminelle sie oft verwenden. Aber sie sind nicht ganz so Anonym wie Bargeld. Generell sind sie sogar gar nicht Anonym. Allerdings sind sie Pseudonym. Das bedeutet, dass z.B. bei Bitcoin in jeder Transaktion Empfänger, Absender, Betrag, Datum etc. in der Blockchain verknüpft ist. Theoretisch könnte also bei Ermittlungen das entsprechende Pseudonym ermittelt werden und unter gewissen mythenmständen ebenfalls die reale Person, welche hinter diesem Pseudonym steckt.

 

 

Zitat Imrö Straubing

 

“Argumentationen”

Behauptung: Nur Bares ist Wahres
Gegenargument: …. da dies kein Argument ist sondern eine sinnlose Phrase kann man dazu nichts sagen. Höchstens “Geld ist Geld”

Behauptung: Bargeld ist Freiheit
Gegenargument: Ein Mensch der einen 100.-EUR Schein besitzt ist nicht freier wie ein Mensch der kein Bargeld besitzt, aber 10.000.-EUR auf dem Konto hat. Eher kann derjenige mehr Freiheit genießen, der mehr Geld hat.

Behauptung: Ohne ausreichende Kreditwürdigkeit/Bonität bekommt man keine Karte
Gegenargument: Bei einer Kreditkarte mag das stimmen. Ein Bankkonto beinhaltet jedoch eine sogenannte Debitkarte. Das bedeutet das Konto wird direkt belastet, so das nur über Geld auf dem Konto verfügt werden kann und daher keine oder nur geringe Ansprüche an die Kreditwürdigkeit gestellt werden.

Behauptung: Kinder bekommen keine Karte
Gegenargument: Für Kinder gibt es unter anderem die Möglichkeit sogenannter Prepaidkarten. Diese werden vorher mit Guthaben aufgeladen.

Behauptung: Bargeld ist das einzig anerkannte/gültige Zahlungsmittel in Deutschland
Gegenargument: Im Euroraum ist Euro-Bargeld das gesetzliche Zahlungsmittel; nur die Zentralbanken des Eurosystems dürfen es in Umlauf bringen. Euro-Münzen sind beschränkte gesetzliche Zahlungsmittel, da niemand verpflichtet ist, mehr als 50 Münzen oder Münzen im Wert von über 200 Euro anzunehmen. Sofern keine Monopolstellung besteht kann auch Bargeld abgelehnt werden. Sprich, solange der Kunde die Möglichkeit hat einen anderen Händler aufzusuchen (z.B. Hornbach statt Bauhaus), darf der Händler die Annahme von Bargeld theoretisch verweigern. Es ist daher falsch das Bargeld das einzig gültige Zahlungsmittel ist. Es darf nur nicht abgelehnt werden, wenn der Kunde keine Alternative Möglichkeit hat, da ihm sonst rechtliche Nachteile entstehen würden.

Behauptung: Mit Karte zahlen bedeutet das die Bank und der Staat weiß was man gekauft hat. (Gläserner Bürger)
Gegenargument: Bei Zahlung mit Karte wird Betrag, Datum und ggf. Name des Händlers übermittelt. Der einzige der weiß was man gekauft hat ist der Händler, dieser erhält jedoch die Kartennummer auch nur in anonymisierter Form. Um Daten Personenbezogen auszuwerten benötigt der Händler daher in Deutschland eine entsprechende Zustimmung des Kunden. Dieser erhält für die Nachverfolgung daher eine sogenannte Kundenkarte (auch Paybackkarten funktionieren nach diesem Prinzip). Diese Karten funktionieren allerdings unabhängig vom Zahlungsmittel und können ebenfalls bei Barzahlung eingesetzt werden.
Warum nutzen Händler sowas? Wenn Händler (oder andere Unternehmen) das Kaufverhalten der Kunden kennen, können Sie Ihr Warensortiment entsprechend Optimieren und auch herausfinden was Sie evtl. als neues Produkt auf den Markt bringen könnten um mehr Umsätze zu generieren. Als Anreiz gibt es dafür Treuepunkte oder Rabatte.
Im Übrigen haben Banken tausende bis Millionen von Kunden und interessieren sich eh kein Bisschen dafür ob Max Müller sich Kondome gekauft hat ;)

Behauptung: Wenn kein Strom da ist kann man mit Karte gar nicht bezahlen!
Gegenargument: Ohne Strom öffnen sich auch die Automatischen Türen der Geschäfte nicht. Die Kasse kann nicht geöffnet werden. Der Geldautomat kann kein Geld ausgeben. Die Bundesdruckerei kann kein neues Bargeld drucken usw… Ja, ohne Strom haben wir sicher ganz andere Sorgen ;)

Behauptung: Mit Karte kann man kein Trinkgeld geben
Gegenargument: Entweder es ist direkt im Terminal einstellbar und man kann gesplittet zahlen, oder man zahlt in Summe und es ist auf einer Rechnung erkennbar. Der Geschäftsführer ist verpflichtet das Trinkgeld an die Mitarbeiter auszuzahlen, ansonsten macht er sich Strafbar. Einige Unternehmen bieten inzwischen an Trinkgelder z.B. extra über Paypal an die Jeweiligen Mitarbeiter zu zahlen.
Es hindert aber auch niemand einen Daran eine Rechnung mit Karte und das Trinkgeld in Bar zu bezahlen ;)

Behauptung: Der Staat kann mein Konto Sperren, so das ich dann Zahlungsunfähig bin wenn es kein Bargeld gibt.
Gegenargument: Also erst einmal ist das nicht Aufgabe des Staates von Lieschen Müller ein Konto zu sperren. Das Passiert eher im Falle einer Strafermittlung, Verdacht auf Geldwäsche, Pfändung oder anderen Vorfällen durch die entsprechend zuständigen Stellen.
Wenn das Konto gesperrt ist kann zudem Miete, Strom, Gas, Versicherungen etc. nicht mehr gezahlt werden, weil das idr. per Lastschrift vom Konto abgebucht wird.
Auch Bargeld kann man nicht abheben wenn ein Konto gesperrt ist. Es macht daher keinen Unterschied ob das Konto mit oder ohne existenz von Bargeld gesperrt ist, weil wichtige Transaktionen seit Jahren unbar erfolgen und man bei einer Konto-Sperrung auch gar kein Bargeld abheben könnte.

Behauptung: Meine Kontaktlose Karte kann jemand aus zig Metern Entfernung Plündern.
Gegenargument: Die Kontaktlos-Funktion von Karten basiert auf NFC, einer Nahfeld-Funktechnologie. Die Reguläre Reichweite beträgt hierfür 4cm. Die Stromverorgung erfolgt über magnetische Induktion von dem Kartenlesegerät. Die Chance das jemand aus mehreren Metern die Karte belastet ist also quasi bei 0. Der Technische Aufwand für entsprechende Ausrüstung ist so hoch, das es sich nicht lohnt. Hinzu kommt das die zugelassenen Terminals Personenbezogen sind und somit die Täter bekannt sind. So dumm sind Kriminelle nun auch wieder nicht. Im übrigen kann man die Karten oft auch jederzeit deaktivieren und haftet bei kontaktloser Zahlung ohne PIN nicht (außer bei grober Fahrlässigkeit).

Behauptung: Man kann meine Kartendaten durch die Kontaktlosfunktion abgreifen und missbrauchen.
Gegenargument: Zunächst einmal sei gesagt das durch das einstecken der Karte, insbesondere wenn Daten auf dem Magnetstreifen sind, gleich die Karte kopiert werden könnte. Bei der Kontaktlos Funktion können in der Tat die Kartennummer und die Gültigkeit ausgelesen werden. Vorausgesetzt man kommt nahe genug an die Karte heran (ein Diebstahl wäre einfacher). Hierbei gibt es keine Haftung für den Kunden, weil Händler zumindest noch den Namen und CVC Code abfragen müssten. Diese Daten übermittelt die Karte aber nicht unverschlüsselt

Behauptung: Die Akzeptanz von Kartenzahlung bedeutet Bargeldverbot
Gegenargument: Das ist natürlich völliger Schwachsinn. Nur weil man öffentliche Verkehrsmittel nutzen darf, bedeutet das ja auch nicht das man kein Auto mehr verwenden darf.

Behauptung: Kartenzahlung ist unübersichtlich, man verliert das Wissen wie viel Geld man noch hat.
Gegenargument: Das Argument mag in den 90er Jahren gestimmt zu haben. Aber im Jahre 2018 ist es veraltet. Wer nicht gerade zur Generation “Kontoauszugdrucker” gehört, der wird seine Finanzen in einer entsprechenden App am Smartphone in Echtzeit überblicken können. Damit hat er eine viel bessere Kontrolle als es mit Bargeld je der Fall war.

Behauptung: Bargeld ist sicherer.
Gegenargument: Wenn wir mal daran denken das Bargeld permanent gestohlen und geraubt wird und sogar Morde dafür begangen werden, ist diese Behauptung doch sehr weit hergeholt. Hinzukommt das wir z.B. im 2. Halbjahr 2015 etwa 18 Milliarden Euro Falschgeld im Umlauf hatten….

Behauptung: Das Konto kann gehackt werden.
Gegenargument: Hackerangriffe auf Banken-Server betreffen in 1. Linie Konten auf denen mehrere Millionen oder Milliarden liegen. Hacker nutzen für solche Angriffe Sicherheitslücken in den Systemen und Firewalls aus, weshalb diese permanent verbessert werden. Des weiteren sind Banken hiergegen versichert. Die Chance das man Opfer eines Hackers wird ist daher sehr gering.
Das eigentliche Problem stellen Kunden dar welche nicht Wissen wie man Computer oder Smartphones bedient und daher Ihre Daten an Dritte weitergeben. Dies ist jedoch strenggenommen KEIN Hackerangriff, es fällt unter sogenanntes Phishing. Es ist sozusagen das digitale Gegenstück zu Kunden welche Falschgeld nicht erkennen.

Behauptung: Banken werden Negativzinsen erheben wenn es kein Bargeld mehr gibt
Gegenargument: Abgesehen davon dass die Akzeptanz von Bargeldloser Zahlung kein Verbot von Zahlung mit Bargeld bedeutet, bereits heute müssen banken negative Zinsen auf Gelagertes Guthaben zahlen. Auch Bargeld hat negative Zinsen, sie nennen sich Inflation. Wenn negative Zinsen auf Guthabenkonten erhoben werden sollte, dann betrifft dies allerdings in erster Linie Konten mit größerem Vermögen (insb. über 100.000 EUR). Menschen mit soviel Kapital sind in der Regel in der Lage Ihr Vermögen anderweitig und vor allem Gewinnbringend anzulegen (Immobilien, Aktien, Währungshandel, Edelmetallhandel etc.).

Behauptung: Kartenzahlung ist für Händler zu teuer
Gegenargument: Händler zahlen zwischen 0,2-3% für die Akzeptanz von Kartenzahlungen. Der Bargeldverkehr kostet dem Einzelhandel im Schnitt 2,75%. Daher ist Bargeldzahlung nicht unbedingt günstiger für Händler.

Behauptung: Wenn ich mit Karte zahle muss ich dafür extra bezahlen.
Gegenargument: Keine Ahnung woher diese Behauptung einiger Menschen stammt. Aber sie ist gänzlich falsch. Kartenzahlung kostet dem Nutzer keinerlei extra Gebühren im Inland.
Lediglich im Ausland in einer Fremdwährung könnte ein sogenanntes Fremdwährungsentgeld für die Umrechnung hinzukommen.

Behauptung: Amazon sieht die Kontobewegungen der letzten 3 Monate
Gegenargument: “Angstpresse” verbreitete die Information Das jetzt Amazon und andere problemlos in das Konto sehen könnten. Das ist eine Falschmeldung. Mit Inkrafttreten von PSD2 haben Zahlungsdienstleister das Recht eine Schnittstelle der Bank (z.B. API) zu verwenden um Transaktionen abzurufen oder Überweisungen durchzuführen. Dies ist insbesondere für App-Entwickler interessant die sogenannte Multibanking Apps verwenden.
Einige Banken in Europa verfügten bereits früher über eine solche API (z.B. Fidor, bunq etc.), diese wird nun ggf. noch erweitert damit Überweisungen möglich sind und zudem auch mehr Nutzern zur Verfügung gestellt. Jedes Unternehmen das berechtigt ist diese funktion zu verwenden benötigt nicht nur eine Entsprechende Genehmigung der zuständigen Behörden (z.B. BaFin), sondern auch des Kunden. Amazon hat daher weder das Recht noch die Möglichkeit Kontobewegungen einzusehen. Der Amazon Payment-Service könnte dies evtl. schon eher bekommen (genauso wie Paypal etc.), allerdings auch dann nur wenn der Kunde dem zustimmt.

Behauptung: Mit Kartenzahlung verschuldet man sich weil man mehr Ausgibt.
Gegenargument: Man kann nur Geld ausgeben was man hat. Wer einen Kredit hat kann mit diesem Kredit auch Bargeld-Abheben und sich dadurch verschulden das er den Kredit nicht zurückzahlt… ja auch dann wenn er das Geld in Bar verbraucht.
Aufgrund heutiger Banking-Apps sieht man zudem sehr übersichtlich wann man welchen Betrag ausgegeben hat und wie viel noch übrig ist. Durch Suchfunktionen kann man z.B. auch erkennen wie viel man für Lebensmittel im Aldi ausgegeben hat. Die Kartenzahlung hat also mit einer etwaigen Verschuldung nichts zu tun, sondern mehr mit vernünftigem Umgang mit Kapital.

 

Typische Fehler

Es kommt sehr oft vor das Nutzer von “EC-Karte” schreiben.
Bei der EC-Karte handelte es sich um eine spezielle Ausweiskarte um sogenannte Eurocheques einzulösen. Später erhielt die EC-Karte eine richtige Debitkarten-Funktion und wurde dann nach 2007 durch die girocard ersetzt.
Mastercard ist Rechteinhaber der Wort & Bildmarke ec und verwendet seit ca. 2016 (also etwa 10 Jahre nach dem Einstampfen der Markenrecht-Nutzung durch die Deutsche Kreditwirtschaft) seine Marke wieder selber und bewirbt damit die Debit-Mastercard, eine Debitkarte auf Basis einer Mastercard. Inzwischen wird ec-Karte seitens Mastercard auch als Synonym für Debitkarte angesehen.

Warum ec-Karte und nicht EC-Karte ?

Nun wie man an dem “ec” Logo erkennt
handelt es sich um KLEINBUCHSTABEN. Zudem gibt Mastercard vor das im Schriftverkehr die Buchstaben Kleingeschrieben werden müssen.

Eine Mastercard/VISA Lastschrift kann ich zurückholen

Nein. Eine Zahlung mit Mastercard ist keine Lastschrift und kann daher auch nicht einfach per Rücklastschrift zurückgebucht werden. Nur eine SEPA-Lastschrift kann innerhalb von 8 Wochen ohne Gründe zurückgebucht werden von Kunden. Bei einer Mastercardzahlung ist dies nur möglich wenn der Händler dies gestattet, da er eine Zahlungsgarantie von Mastercard hat. Einzige Ausnahme, es handelt sich um Betrug. In dem Fall ist ein (oft etwas langwieriges) Chargebackverfahren möglich.

 

Gängige Kartentypen

Debitkarten:
-girocard (Deutsches System, geht quasi nur im Inland. Erkennbar am girocard Logo)
-Debit-Mastercard (Internationales System, geht im Handel und auch Online)
-VISA-Debit (Internationales System, geht im Handel und auch Online)
-V-Pay (in Europa nutzbares CHIP-Only System von VISA)
-Maestro (Internationales System, von Mastercard)

Kreditkarten:
-Mastercard Credit
-VISA Credit
-American Express

 

 

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CC0 – nc

 

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