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SmartHome Header

In einen vorherigen Beitrag habe ich euch schon mal einen kleinen Einblick in mein Smart Home gewährt. In diesem Beitrag möchte ich euch dazu ein paar Details erläutern.

Wie schon erwähnt, Grundstock in meinen Smart Home sieht so aus:

Die Zentrale meines Smart Home Systems ist ein Raspberry Pi 2 mit der Software FHEM. Als weitere Hardware Komponenten nutze ich primär mein (Android) Smartphone, eine HUE Beleuchtung und eine FritzBox.

 

Alle beschriebenen Szenarien basieren auf meinen ersten Post über mein Smart Home. Hierfür werden mal Grundsätzliche Kenntnisse des Systemes FHEM Vorausgesetzt. Wenn ihr euch zum ersten mal mit FHEM beschäftigt, kann ich euch die Seiten meintechblog.de und haus-automatisierung.com empfehlen. Beide bieten unzählige und ausführliche Schritt-für-Schritt Anleitungen wie ihr euer erstes FHEM System aufbauen und einrichten könnt.

 

Szenario 1:

Es ist Montag früh – Der Wecker auf meinen Smartphone klingelt. Wenn ich diesen ausschalte startet schon eine Reihe von Ereignissen.

Bei meinen Wecker auf dem Smartphone handelt es sich um die App Sleep as Android

Sleep as Android
Sleep as Android
Preis: Kostenlos+

Die App allein kann noch nicht mit minen FHEM System kommunizieren. Allerdings funktioniert das Dank der bekannten App Tasker.

Tasker
Tasker
Entwickler: joaomgcd
Preis: 2,99 €

Diese kann unter anderen Zustände der App Sleep as Android auslesen und darauf reagieren. Mit dieser App lassen sich so jede Menge komplexe Automatisierungen auf dem Smartphone ermöglichen. “Wenn dies – dann das” Wenn ihr Tasker noch nicht kennt, könnt ihr auf dieser Seite eine Menge darüber erfahren.

Jetzt haben wir zwei Möglichkeiten. Wir können einfach einen URL Befehl an unser FHEM System senden. Dieser kann beispielsweise so aussehen:

http://192.168.178.1:8083/fhem?cmd.Test=set%20Lampe%20on

Ich habe es mir jedoch etwas einfacher gemacht und nutze zusätzlich die Smartphone App andFHEM. Diese bietet eine schöne grafische Oberfläche um sein FHEM System zu bedienen und zu verwalten.

andFHEM
andFHEM
Entwickler: Matthias Klass
Preis: Kostenlos+

Also: Ich habe jetzt mit der App Tasker ein neues Profil erstellt. Dies sieht so aus:

 

WENN App Sleep as Android Status Schlafmessung Stop (was soviel Bedeutet wie Wecker abgeschaltet) DANN sendet App andFHEM Befehl set Robert awoken an FHEM

Der Befehl set Robert awoken schaltet, wieder Name schon Vermuten lässt den Status meiner Person auf meinen FHEM auf aufgewacht. Dies ist Dank der (Erweiterungs-) Module ROOMMATE und RESIDENTS möglich.

Hier habe ich es mir etwas umfangreicher gemacht. Ich verwende bei FHEM das Modul HOMEMODE. Hier lassen sich ähnlich wie bei der Smartphone App Tasker, komplexe Automatisierungen auf dem FHEM System anlegen.

Sobald in FHEM mein Status auf awoken/aufgewacht schaltet, löst HOMEMODE folgenden Befehl aus

set Lichtszene scene GutenMorgen;set FritzBox tam 2 off;set FritzBox tam 1 on;set Telegram message %WEATHERLONG%;set GoogleHome_K playFavorite 2;set GoogleHome_K volume 40

Hierzu eine kleine Erläuterung:

set Lichtszene scene GutenMorgen
Das FHEM Modul LightScene kann mehrere Beleuchtungskomponenten auf einmal schalten. So können auch je nach Lampe Farbe und Helligkeit abgepasst werden. Die HUE Beleuchtung in meinem Schlafzimmer schaltet so auf ein angenehmes schummriges oranges Nachtlicht, den Flur auf ein etwas helleres, aber noch gedimmtes Licht und in der Küche bereits ein weißes Licht auf voller Helligkeit. Demnächst möchte ich hier noch ergänzen das dies nur passiert, wenn es draußen auch noch entsprechend dunkel ist. Wenn ich nach einer langen Nacht erst am Vormittag aus dem Bett krabble, benötige ich ja wohl gar kein Licht mehr.

set FritzBox tam 2 off,set FritzBox tam 1 on

Dieser Befehl schaltet den Anrufbeantworter meiner FritzBox, an diesem mein Telefon hängt. “tam 2” ist der “Ruhemodus”. Also ein Anrufbeantworter der sofort annimmt, ohne das mein Telefon klingelt. Diesen habe ich in der Nacht und in meiner Abwesenheit. Mit den ersten Befehl wird dieser deaktiviert. “tam 1 ist der reguläre Anrufbeantworter, der nach mehrmaligen klingeln annimmt. Diesen schalte ich somit an.

set Telegram message %WEATHERLONG%

Dieser Befehl sendet via Telegram das aktuelle Wetter auf mein Smartphone. Der Platzhalter %WEATHERLONG% wird vom Modul HOMEMODE gefüllt und sieht dann am Smartphone folgendermaßen aus: Es ist wolkig bei 17.88°C und 23.17% Luftfeuchtigkeit. Die gefühlte Temperatur ist 20°C bei einer Windgeschwindigkeit von 7km/h. Der Luftdruck ist bei 973.5592hPa. Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit werden hier von meinen eigenen Außen-Sensoren ausgelesen, die restlichen Werte von einem Internet-Wetterdienst.

set GoogleHome_K playFavorite 2;set GoogleHome_K volume 40

Dieser Befehl startet auf meinen Google Home in der Küche einen Radiostream. Der zweite Befehl schaltet diesen auf eine angenehme Lautstärke. Wenn ich am Tag zuvor in höherer Lautstärke Musik hörte, werde ich so am frühen Morgen nicht geschockt.

 

Ich hoffe ich konnte das hier ansatzweise Verständlich beschreiben. Die Serie wird natürlich vorgesetzt. Im nächsten Teil erfahrt ihr, was in meinen Smart Home passiert, wenn ich das Haus verlasse.

 

Fragen, Lob oder Kritik

Würde mich freuen wenn ihr in den Kommentaren Fragen, Lob oder Kritik hinterlasst.

Technik Header

Seit ein paar Jahren bietet Apple nun in iOS die Integration von HomeKit, eine Schnittstelle zur Steuerung von Komponenten zur Heimautomatisierung an. Nach anfänglich sehr spärlichem Support füllt sich seit ca. einem Jahr der Markt mit Geräten, die Apples Schnittstelle unterstützen.

Der bekannteste und medial wohl am meisten rezensierte Zuwachs in der HomeKit- Familie fand vor Kurzem mit der Integration von IKEAs Tradfri System statt. Dieses System habe ich mittlerweile auch in mein Setup integriert und werde weiter unten noch mehr dazu schreiben. Zunächst möchte ich aber mal die wohl gängigsten Systeme vorstellen, die auf dem deutschen Markt erhältlich sind.

Elgato

Vielen vielleicht aus dem Bereich des Capture-Cards im Gaming Bereich bekannt ist Elgato tatsächlich der Hersteller mit der größten Bandbreite an HomeKit-Komponenten auf dem deutschen Markt. Die Bandbreite reicht von Steckdosen über Heizungsthermostate bis hin zu Sensoren für den Innen- und Außenbereich. Alle Produkte werden unter der Bezeichnung “EVE” geführt.

Steckdose

EVEenergy

In meinem persönlichen HomeKit-Setup befinden sich zwei Steckdosen des Typs „Elgato EVE Energy“. Diesen war auch die ersten Komponenten, die von mir angeschafft wurden. Preislich liegen diese meiner Meinung nach relativ hoch, der Hersteller verlangt pro Stück ca. 50,- €. Dieser Wert wird auf dem freien Markt auch nicht deutlich unterboten.

Ich nutze die Steckdosen zur Steuerung von zwei Lampen. Dies wären grundsätzlich auch mit Leuchtmitteln von Philips oder IKEA möglich, dazu später mehr. Aber gerade bei Lampen, die mehreren Leuchtmitteln Platz bieten, ist eine solche Steckdose  die günstigere Lösung. Gerade auch, wenn man auf die Möglichkeit des Dimmens der Leuchtstärke verzichten kann.

Für die Zukunft planen ich, eine der Steckdosen als Aktor für einen Ventilator einzusetzen, in Kombination mit einem Innenraumsensor. Ab einer gewissen Temperatur soll Homekit die Steckdose schalten und der Ventilator dadurch den Raum kühlen. Der Sensor soll ebenfalls von Elgato stammen.

Weiterhin plane ich die Anschaffung eines Außensensors, anfänglich aber nur zur Protokollierung von Außenwerten.

Thermostate

Absolut erwähnenswert sind mit Sicherheit auch die Heizungsthermostate von Elgato, mittlerweile in einer zweiten Revision erhältlich. Momentan hab ich in diesem Bereich aber noch eine andere Lösung im Einsatz (EQ Max!).

Auch wenn die erste Revision mittlerweile etwas günstiger zu haben ist, kommt für mich tatsächlich nur die Anschaffung der zweiten Revision infrage. Als unschlagbares Argument zählt für mich hier die direkte Eingriffsmöglichkeit auf die Temperatur am Gerät. In Revision 1 ist dies nur über die App möglich.

Leider sind die Thermostate im Preis sehr weit oben angesiedelt. Der Markt ruft eine Preis um die 70,- € pro Thermostat auf. Möchte man eine komplette Wohnung hiermit ausstatten, kann dies sehr schnell ins Geld gehen.

Mein Plan für die Zukunft ist, die vorhandenen Thermostate sukzessiv mit Elgato Produkten zu ersetzen.

Mein momentan im Einsatz befindliches System funktioniert in sich realtiv zuverlässig, kann aber nicht in HomeKit eingebunden. Leider betreibt der Hersteller aber keine weitere Entwicklung, somit wird die Software wohl eines Tages einfach nicht mehr von aktuellen Betriebssystemen unterstützt. Ich habe für unser Haus einen ganzen Satz an Regeln geschaltet, wann welche Räume beheizt werden. Dies funktioniert natürlich insoweit recht gut, wenn man unter der Woche und am Wochenende einen relativ regelmäßigen Zeitplan hat. Wer im Schichtdienst arbeitet, hat natürlich ganz andere Anforderungen an ein solches System.

Elgato benötigt für die Integration kein eigenes Gateway, alle Produkte lassen sich leicht und schnell über einen Code mit Hilfe des Smartphones in Homekit einlesen. Der Hersteller bietet auch eine eigene App an, um z.B. den Stromverbrauch der Geräte zu messen.

Eve für HomeKit
Eve für HomeKit
Entwickler: Eve Systems GmbH
Preis: Kostenlos

Philips Hue

Das Beleuchtungssysteme von Philips ist im Bereich der Heimautomatisierung wohl eines der bekanntesten Systeme. Der Hersteller bietet zur Steuerung eine eigene App an, mit dieser lassen sich viele verschiedene Szenarien umsetzten und steuern. Wie bei allen mir bekannten Systemen ist natürlich auch das Dimmen einzelner Lampen möglich.

Im Sortiment des Herstellers befinden sich viele verschiedene Leuchtmittel für alle möglichen Anwendungszwecke und Beleuchtungsstandards. Beginnend bei LED-Streifen zur indirekten, unauffälligen Bedeutung über Leuchtmittel für die gängigen Sockeltypen (E27, GU10 etc…) bis hin zu Lichtpanelen und batteriebetriebenen Einzellampen bietet sich dem geneigten Anwender ein breites Sortiment für vielerlei Bedürfnisse.

Die meisten Leuchtmittel bieten die Möglichkeit, verschiedene Lichtstimmungen bzw. -farben einzustellen und somit auch das eigene Zimmer entsprechend zu beleuchten. Natürlich gibt es auch Leuchtmittel mit weniger Funktionen. Diese Lampen, die alleine ein warmweißes Lichtspektrum bieten sind auch in der Anschaffung entsprechend günstiger.

Preislich ist das Hue-System im oberen Segment zu sehen, einzelne Leuchtmittel beginnen bei ca. 20,- € bis hin zu 35,- €. Systemkomponenten wie etwa das Gateway und Dimmer oder Schalter kosten nochmals extra. Somit ist es auch ein eher kostspieliges Vergnügen, möchte man eine gesamte Wohnung allein mit smarten Lampen ausstatten. Ein Starterset bestehend aus Gateway und zwei Leuchtmitteln liegt bei etwa 80,- €.

 

HueBridge

Wie schon erwähnt, benötigt das System zum Betrieb ein eigenes Gateway, an dem die entsprechenden Lampen angelernt werden und das als Verbindung zum Intra- bzw. Internet dient. Dieses Gateway lässt sich dann in Apples Homekit einbinden und gibt die mit ihm verbundenen Lampen weiter, so dass sie als einzelne Geräte dort auftauchen. Allerdings lässt sich das Management der Lampen (z.B. Raumzuweisung) nur in der Hue-App vornehmen.

Philips Hue
Philips Hue
Preis: Kostenlos

Dieses System habe ich mittlerweile seit über einem Jahr im Einsatz, es arbeitet in meinem Setup bisher zuverlässig ohne nennenswerte Ausfälle.

IKEA Tradfri

IKEATradfri

Seit kurzer Zeit ist auch IKEA in den Bereich der smarten Beleuchtungsmittel eingestiegen. Mit seinem System Tradfri bietet das schwedische Möbelhaus einen günstigen Einstieg in die smarte Beleuchtungswelt. Ähnlich wie Philips basiert das System auf einzelnen Leuchtmitteln in Form von Lampen oder Leuchtpanelen im Zusammenspiel mit einem Gateway, Schaltern und einem drahtlosen Dimmer. Auch hier werden die Birnen in verschiedenen Ausführungen mit etwa warm-weißen und farbigen Lichtspektrum angeboten. Preisliche ist das System unterhalb von Philips einzuordnen, die günstigste Birne kostet ca. 10,- €, das Gateway 30,- €.

Großer Vorteil des IKEA Systems: Da es auf das gleiche Protokoll (Zigbee) wie Philips setzt, können die Birnen als kostengünstige Alternative in ein bereits bestehendes Hue-System eingebunden werden. Es bestehen allerdings zwei Nachteile: Zum Update der IKEA Komponenten wird das IKEA-eigene Gateway benötigt. Und am Hue-Gateway angelernte Lampen werde nicht an Homekit weitergeleitet sondern können nur innerhalb der Hue-App gesteuert werden.

Sollte man das System, so wie ich, mit dem IKEA Gateway betreiben, benötigt man zwingend die Fernbedienung, um die Lampen am System anzulernen. Ein weiterer Kostenpunkt.

Die von IKEA zur Verfügung gestellte App funktioniert soweit ganz gut und sieht auch anständig aus, ist ihn ihrem Funktionsumfang aber eher rudimentär.

IKEA TRÅDFRI
IKEA TRÅDFRI
Preis: Kostenlos

Apple TV (4. Gen.) als HomeKit-Hub

Um die HomeKit-Geräte auch von unterwegs steuern zu können, bietet Apple mit seiner TV-Box einen Hub an, der die (sichere) Schnittstelle ins Internet bietet. So lassen sich zum Beispiel Szenen und Geräte in Abhängigkeit von der Anwesenheit oder der Annäherung an einen bestimmten Ort schalten. Denkbar wäre etwa das Einschalten der Heizung, wenn man die Arbeit verlässt. Oder das Licht im Flur einzuschalten, wenn man sich der Wohnung nähert.

Man kann für mehrere Benutzer Zugriff auf das eigene Smarthome einrichten und diesen auch beschränken, so dass z.B. Gäste nur dann etwas steuern können, wenn sie sich auch vor Ort befinden.

Anstelle des Apple TV (ca. 179,- €) kann auch ein älteres iPad (ab der 4 Generation) als Schaltzentrale herhalten, dies muss dann allerdings dauerhaft in der Wohnung verbleiben.

Homebridge für FHEM (HomeKit Plugin)

Mittlerweile recht populär ist es ja, sich eine eigene Schaltzentrale mittels eines Raspberry Pies und der Plattform FHEM zu basteln. Für diese Softwarelösung existiert ein Plugin, mit dessen Hilfe man sich seine Geräte, und wohl auch solche, die nicht Homekitfähig sind, in Apples Software Lösung einzubinden.

Der Betrieb und die Wartung von FHEM bietet dem geneigten Nutzer eine große Vielfalt an Einstellungs- und Auswertungsmöglichkeiten, ist allerdings zumindest anfangs nicht sehr zugänglich und hat auch eine steile Lernkurve.

Ich selbst habe zum jetzigen Zeitpunkt keine intensive Erfahrungen mit FHEM und erwähne diese hier nur der Vollständigkeit halber.

Raspberry Pi

Raspberry Pi