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Kopfhörertest Ultrasone Performance 820

Auf die Firma Ultrasone wurde ich aufmerksam durch den Podcast „Bits und so“. Kopfhörerenthusiast Bastian @schlingel Woelfle hat in den sog. „Picks“ zwei verschiedene Produkte der Firma vorgestellt und war sehr begeistert. Ich habe also die Firma angeschrieben und um Übersendung eines Testmusters gebeten.

Wie schon in meinem letzten Test erwähnt, bin ich seit Jahren großer Fan meines Beyerdynamic DT 770 Pro. Bisher konnte mich kein anderer Kopfhörer mit besserem Klang überzeugen. Und um das Endergebnis gleich vorwegzunehmen: Der Performance 820 hat es geschafft. Aber eins nach dem anderen.

Hintergrundinformationen

Die deutsche Ultrasone AG mit Sitz am Starnberger See wurde 1991 gegründet und hat sich seitdem einen Ruf bei audiophilen Hörern auf der ganzen Welt gemacht. Ultrasonekopfhörer sind im Pro-Audio-Bereich bei DJs und in renommierten Tonstudios genauso zu finden wie bei HiFi-Liebhabern in über 50 Ländern.

Der Performance 820 ist seit August 2015 auf dem Markt und wird im Portfolio von Ultrasone als Allround-Kopfhörer für ambitionierte Einsteiger positioniert. Es handelt sich um einen Kopfhörer mit geschlossener Bauart, der sowohl Geräuschen nach als auch von außen sehr gut abdämpft. Ich bin Fan dieser Bauart, mit halboffenen bzw. offenen Kopfhörern kam ich in der Vergangenheit nie sonderlich gut zurecht.

Optik

Nimmt man den Kopfhörer aus der Schachtel, fällt als Erstes die schicke Optik auf. Eine diagonal angeordnete Kombination von mattschwarzem und glänzendem Kunststoff sorgt für ein markantes Äußeres. Der Kopfhörer ist in drei Farbvarianten (rot, weiß und schwarz) erhältlich, die glänzenden Kunststoffteile sind dementsprechend gefärbt. Die Ohrmuscheln und der Kopfbügel sind mit einem weichen Protein-Leder bezogen und runden das Design ab.

Performance 820 Farbvarianten

Die drei Farbvarianten des P820

Hardware

Der Kopfhörer wiegt angenehme 244 Gramm. Für die Ohrpolster und Kopfbügel kommt ein hochwertiger, mit Protein-Leder bespannter Schaumstoff zum Einsatz. Der Hersteller verbaut hier 40-Millimeter-Schallwandler in dezentraler Bauweise, dazu später noch mehr. Diese erreichen laut Ultrasone einen Schalldruck von bis zu 99dB, was für mehr als genügend Dynamikreserven sorgt. An den Schallwandlern liegt eine Impedanz von 32 Ohm an, was genug Leistung auch für den Betrieb an mobilen Geräten sicherstellt. Geliefert wird der Kopfhörer mit einem Microfaser-Transportbeutel sowie einem 1,2 m langen Kabel mit integriertem Mikrofon und Funktionstasten.

Performance 820 Microfaserbeutel

Der mitgelieferte Microfaserbeutel

Hier muss ich einen meiner wenigen Kritikpunkte anbringen. Das Kabel entspricht nicht der ansonsten gebotenen Qualität und ist meiner Meinung nach deutlich zu kurz. Der Hersteller setzt leider auf Kopfhörerseite auf den eher unüblichen 2,5mm Klinkenanschluss. So lässt sich das Kabel nicht einfach durch ein anderes, längeres Standardkabel ersetzten, bei Amazon gibt es aber Alternativen. Bei einem Kopfhörer dieser Preisklasse hätte ich mir ein deutlich hochwertigeres und längeres Kabel gewünscht, zudem fehlt der Adapter auf 6,3mm Klinke.

Ultrasone S-Logic® Plus

Wie oben bereits erwähnt, werden die Schallwandler in dezentraler Bauweise in den Ohrmuscheln angeordnet. Die soll für ein deutlich räumlicheres und natürlicheres Klangerlebnis als bei herkömmlichen Kopfhörern sorgen. Durch dieses Konzept soll der typische „Kopfhörerklang“ vermieden werden, das Hörerlebnis soll eher dem perfekt aufgestellter Lautsprecher im Stereodreieck in einem Raum entsprechen. Zudem kann durch S-Logic® Plus der Schalldruck um bis zu 40 % (3-4 dB) bei vergleichbarem Klangerlebnis reduziert werden, was das Gehör nachhaltig schont.

Tatsächlich bietet der Kopfhörer ein sehr gutes räumliches Schallbild. Wenn dies im Mix der Quelle angelegt ist, lassen sich z.B. Instrumente oder Soundeffekte gut im Raum verorten. Dies ist auch bei Computerspielen wichtig, um Gegner richtig lokalisieren zu können. Schließt man beim Hören die Augen, kann man bei entsprechender Aufnahme die Band fast vor sich auf deiner Bühne sehen.

Klang

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, bin ich vom Klang des P820 mehr als begeistert. Ich habe ihn im Testzeitraum ca. 60 Stunden getragen und für unterschiedliche Anwendungszwecke, wie es sich für einen Allrounder gehört, genutzt.

Musik

Neue Kopfhörer werden immer zuerst mit meiner „Soundcheck“ Playlist und verschiedenen Musikstilen getestet. Die Liste enthält basslastige Titel, aber auch Filmmusik, Stücke mit Fokus auf Gesang und Stimme sowie gitarrenlastige Musik.

Beim erster Klangeindruck überraschten mich die mehr als präsente Höhen des P820 und sein gut abgestimmter, sauberer Bass. Nach kurzer Eingewöhnung bietet der Kopfhörer ein homogenes Klangbild, das ich im Testzeitraum sehr zu schätzen gelernt habe. Stimmen werden im Mix präzise dargestellt und fallen nicht nach hinten, der Bass bleibt stets definiert und rundet das Klangbild nach unter sauber ab, ohne matschig zu sein. Die Mitten bieten eine kompaktes Klangbild ohne das Quellsignal zu verfärben. Auch längeres Hören ermüdet die Ohren nicht, dank S-Logic® Plus und geschlossener Bauweise kann hier auch mal etwas leiser gedreht werden. Die Klangqualität bleibt auch bei geringen Lautstärken voll erhalten.

Mobilgeräte

Am Tablet bzw. am Smartphone habe ich den Kopfhörer für die Film- und Serienwiedergabe über Netflix und YouTube genutzt, aber auch für verschiedene Mobilgames. Er leistet sich auch hier keine Schwächen. Bei Filmen ist die Klangwiedergabe sehr detailliert, Dialoge sind stets einwandfrei verständlich. Explosionen und ähnliche Effekte bieten in Filmen und Spielen eine eindrucksvolle Klangkulisse. Durch S-Logic® Plus entsteht hier trotz Stereowiedergabe ein räumliches Klangbild.

Games

Im Spielebereich habe ich den P820 mit Overwatch, APEX Legends, PUBG und verschiedenen Strategiespielen sowie MMORPGS auf dem PC getestet. Ich hab den Kopfhörer mit einem 6,3mm Klinkenadapter an mein UMC404HD Soundinterface angeschlossen.

Die vor allem bei Onlineshootern wichtige Ortbarkeit von Teamkollegen oder Gegnern ist in jedem Fall gewährleistet – auch ohne (virtuelle) Surround-Tricks. Schritte und Schüsse lassen sich gut lokalisieren. Auch leisere Teile, wie etwa Hintergrundmusik, gehen nicht im Gesamtklang unter und sind gut wahrnehmbar. Explosion werden druckvoll dargestellt, man hat ein sauberes „Mittendrin-Gefühl“. Wie auch bei der Musikwiedergabe ist der Bassanteil ausgewogen und präzise. Ein zusätzlicher Voicechat mit den Mitspielern war immer klar verständlich.

Insgesamt macht es mir sehr großen Spaß, den P820 in Spielen zu benutzen. Das Hören gestaltet sich durch den hervorragenden Klang stressfrei, d.h. man wird nicht durch schlechte Tonqualität zusätzlich negativ belastet und kann sich so voll auf das Spielgeschehen konzentrieren.

Ultrasone selbst hat das Potential ihrer Kopfhörer für den Gamingmarkt bereits erkannt und spricht unter gaming.ultrasone.com bewusst den ambitionierte Spieler an. Für mich ist der Kopfhörer eine absolute Empfehlung im Gamingbereich.

Tragekomfort

Der P820 bietet einen angenehmen Anpressdruck, mehr als ich von meinem DT 770 Pro gewohnt bin. Ich bin allerdings kein Brillenträger, diese könnte das bei entsprechender Empfindlichkeit stören. Der Verstellmechanismus des Kopfbügels rastet sauber und gut fühlbar ein, auch große Köpfe sollten aufgrund der weiten Verstellbarkeit keine Probleme bekommen. Die Scharniere der Ohrmuscheln haben für meine Geschmack etwas zu viel Spiel, sie passen sich dennoch gut der Kopfform an.

Die Protein-Lederpolster sind ohrumschließend, meine Ohren (nicht abstehend) stoßen nicht an die Innenseiten der Ohrmuscheln an. Auch nach vier bis fünf Stunden Gamingsession drückt der Kopfhörer nicht. Warme Ohren habe ich auch nicht bekommen, ich bin also vom Tragekomfort insgesamt überzeugt.

Kabelfernbedienung mit Mikro

Im Lieferumfang befindet sich, wie oben bereits erwähnt, eine integrierte Kabelfernbedienung mit Mikrofon. Leider gibt es die iQ App nicht für iOS. Mit deren Hilfe kann man die Funktionen der Kabelfernbedinung noch individualisieren. Ansonsten lassen sich Gespräche mit der Taste bequem annehmen. Diese Funktionalität ist für mich aber zweitrangig.

Bluetoothmodul Ultrasone SIRIUS

Ein sehr interessantes Addon für den P820 ist das separat erhältliche Bluetoothmodul Sirius. Es wurde speziell für die Kopfhörer der Performancereihe entwickelt und übertragt Audio über BT 4.1 in aptX® Qualität. Durch die geschwungen Form schmiegt sich das Bluetooth-Element nahtlos und unscheinbar an den Kopfhörer. Mit drei Tasten lässt sich die Lautstärke regeln sowie die Wiedergabe starten und stoppen. Natürlich ist auch ein Mikrofon mit eingebaut. Somit ist es möglich, den Kopfhörer als Headset für das Telefonieren mit dem Smartphone, am Tablet oder Computer zu nutzen. Eine Akkuladung reicht für bis zu 12 Stunden Betreib, die Reichweite beträgt bis zu 20 Meter.

Für mich ein weiterer Pluspunkt. Unterwegs wünsche ich mir in letzter Zeit öfters einen anständigen kabellosen Kopfhörer, mit dem Sirius hätte ich die Möglichkeit, einen sehr guten Kopfhörer mobil zu machen. Einzig der Preis von ca. 135,- € zusätzlich schreckt mich ab.

Preis / Leistung / Fazit

Ultrasone ruft für seinen Kopfhörer Performance 820 laut Homepage eine UVP von 149,- € auf. Der Straßenpreis bei den gängigen Onlinehändlern liegt erfahrungsgemäß etwas tiefer.

Der P820 liegt somit nahezu im gleichen Preissegment wie mein Beyerdynamic DT 770 Pro. Für mich bezeichnet dieser Preisrahmen das obere Ende des Einsteiger- bzw. Enthusiastenbereichs. Wenn ich soviel Geld für einen Kopfhörer ausgebe, muss dieser auch liefern. Und das tut der Performance 820 auf jeden Fall. Die Verarbeitung ist einwandfrei, auch wenn der Kopfhörer im Vergleich nicht ganz so stabil wirkt wie andere Produkte. Hier hätte man eventuell noch etwas Metall zur Stabilisierung einsetzten können. Auch das mitgelieferte Kabel entspricht meiner Meinung nach nicht dem geforderten Preisrahmen. Aber jegliche Kritik ist ob der gebotenen Klangleistung vergessen. Hier bin ich seit Jahren mehr als positiv überrascht worden, für mich schlägt der P820 meinen DT 770 Pro im Klangvergleich. Der Unterschied ist für mich sogar so groß, dass ich ernsthaft an eine Anschaffung des Ultrasone Kopfhörers denke. Die optionale Bluetooth-Erweiterung ist für mich ein zusätzlicher Kaufgrund. Wer also einen wirklich leistungsstarken Allround-Kopfhörer oder einen hervorragenden Gamingkopfhörer sucht und über die angesprochenen Kritikpunkte hinwegsehen kann, erhält hier von mir eine klare Kaufempfehlung.

Hier noch ein Affiliate-Link zum Kopfhörer auf Amazon: ULTRASONE Performance 820 Kopfhörer in Schwarz | Over-Ear Kopfhörer für das Studio und Zuhause

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Habt Ihr auch schon Erfahrungen mit Produkten von Ultrasone gemacht? Was ist Eure bevorzugte Marke im Bereich Headset / Kopfhörer? Auf was legt ihr besonderen Wert, wenn Ihr Euch für ein Produkt aus dem Bereich Audio & Gaming entscheidet? Wäre der Ultrasone Performance 820 ein Kopfhörer für Euch? Ich freue mich schon auf Eure Kommentare!

Testbericht: Headset Lioncast LX 55

Das Lioncast LX 55 (Affiliate Link) ist ein Stereo Headset, ausgestattet mit zwei 53mm Neodymium Treibern. Es soll einen guten Tragekomfort bieten und sowohl am PC als auch an den meisten Konsolen und Smartphones bzw. Tablets  genutzt werden können. Das Mikrofon ist abnehmbar, das Audiokabel ist ebenfalls austauschbar. 

Hinweis: Das Produkt wurde mir zum Test unentgeltlich von www.mytest.de zur Verfügung gestellt. Es wurden keine Ansprüche an den Test gestellt, somit spiegeln die hier gemachten Erfahrungen meine persönlichen Eindrücke wieder.

Verpackung und Inhalt

Das Headset wird in einer hochwertige Verpackung geliefert. Alles ist sauber aufgeräumt und verstaut, Einzelteile sind separat verpackt. Die Verpackung selbst ist in einem schlichten, angenehmen Design gehalten. 

Der Lieferumfang umfasst das Headset selbst, das abnehmbare Mikrofon, das vierpolige Kabel für Smartphone und Konsole sowie eine Verlängerung/Adapter, der auf zwei separate 3,5mm Klinkenanschlüsse für Kopfhörer und Mikrofon auflöst. Diesen Stecker kann man z.B. am PC benutzen. 

Leider liegt kein 6,3mm Adapter für den Kopfhöreranschluss bei. Das dürfte aber die wenigsten Benutzer stören.

Modularer Aufbau

Des LX 55  bietet einen modularen Aufbau. Das bedeutet, man kann sowohl das Mikro, als auch das Kabel und die Ohrpolster austauschen. Leider liegen keine Velourpolster, wie beim Vorgänger LX 50, bei. Durch den modularen Aufbau ist das Headset auch gut als „normaler“ Kopfhörer nutzbar. Durch die Möglichkeit, ein eigenes Stereokabel am Kopfhörer anzuschließen, ist er sehr flexibel nutzbar. Somit wäre z.B. auch der Anbau eines Bluetoothempfängers denkbar.

Design und Verarbeitung

Das Lioncast hat ein angenehm schlichtes Äußeres. Es ist fast durchgehend in schwarz gehalten, die roten Lioncastlogos auf den Ohrmuscheln setzen einen farblichen Akzent. Die Innenseite der Ohrmuscheln ist ebenfalls rot gehalten, mit einem Schriftzug des Herstellers. Das Äußere ist nicht wie ein typisches Gamer Headset mit verschieden Farben abgesetzt, dadurch wirkt es sehr edel und kann auch problemlos als „normaler“ Kopfhörer eingesetzt werden.

Das Headset fühlt sich in der Hand sehr hochwertig und stimmig an. Die Oberflächen haben eine angenehme Haptik und es gibt keine scharfen Kanten. Die Materialen sind gut gewählt und sauber verarbeitet. Die Polsterung des Kopfbandes ist sehr weich und sauber vernäht. Das Lioncast LX 55 sitzt sehr gut auf dem Kopf und vermittelt ein sehr angenehmes Tragegefühl. 

Tragekomfort

Die Ohrmuscheln umschließen die Ohren und dämpfen Umgebungsgeräusche wie ein geschlossener Kopfhörer relativ stark ab. Druckstellen konnte ich auch nach längerem Tragen nicht feststellen, ich bin aber kein Brillenträger.Der Anpressdruck der Ohrmuscheln ist relativ gering. Er reicht aber aus, um das Lioncast LX 55 nicht verrutschen zu lassen. In den Kunstlederpolstern erwärmen sich die Ohren wie erwartet allerdings relativ stark. Hier wären Velourpads die bessere Wahl gewesen. Interessant wäre, inwieweit sich die Velourpolster des Vorgängers nutzen lassen, bzw. ob Produkte eines anderen Herstellers ebenfalls genutzt werden können. Dies konnte ich jedoch nicht testen.

Tragekomfort ist allerdings wie immer eine sehr persönliche Sache, die stark von der individuellen Kopf- und Ohrform abhängt. Mit 305 Gramm Gewicht (ohne Kabel) ist das Headset angenehm leicht, dies trägt auf jeden Fall zur Steigerung des Tragekomforts bei. 

Klang des Lioncast LX 55

Musik

Ich habe das Headset zuerst einmal mit meiner „Soundcheck“ Playlist und verschiedenen Musikstilen getestet. Die Liste enthält basslastige Titel, aber auch Filmmusik, Stücke mit Fokus auf Gesang und Stimme sowie gitarrenlastige Musik.

Ich finde, der Kopfhörer ist für Musik angenehm neutral abgestimmt und hat einen leichten Bassboost. Wer allerdings „Beats“ Sound gewohnt ist, wird hier wohl enttäuscht werden. Der Bass ist präzise und hörbar, aber nicht überbetont. Die Höhen lösen sauber auf und sind für mich nicht zu scharf. Stimmen werden gut dargestellt, in den verschiedenen Musikstücken sind Details der Instrumente und Sänger sehr gut erkennbar. Der Mittenbereich ist wohl bewusst etwas zurückgenommen, die insgesamte Abstimmung entspricht einer typischen „Hi-Fi-Badwanne“. Dies ist aber nicht nachteilig zu sehen, der Kopfhörer klingt in meinen Ohren sehr ausgewogen und präzise.

Mobilgeräte

Am Tablet bzw. am Smartphone habe ich den Kopfhörer für die Film- und Serienwiedergabe über Netflix und YouTube genutzt, aber auch für verschiedene Mobilgames. Er leistet sich hier keine Schwächen. Bei Filmen ist die Klangwiedergabe sehr detailliert und sauber, Spiele bieten je nach Genre eine eindrucksvolle Klangkulisse. Die Lautstärke ist mehr als ausreichend. Hier ist die Geräuschdämmung hilfreich, wenn man sich z.B. beim täglichen Pendeln in öffentlichen Verkehrsmitteln befindet. Der Kopfhörer bietet kein Noisecanceling, dämmt aber Umgebungsgeräusche auf Grund der geschlossenen Bauweise ganz gut ab. 

Games

Im Spielebereich habe ich das Headset mit Overwatch, Fortnite, PUBG und verschiedenen Strategietiteln sowohl auf PC als auch auf der PS4 getestet. Auch in verschiedenen MMORPGs kam das Lioncast LX 55 testweise zum Einsatz. Beim Anschluss an der Konsole (PS4) gab es keine Probleme, das Headset wird einfach am Klinkenanschluss des Dualshockcontrollers angeschlossen. Auch am PC kann das LX 55 einfach an die vorhanden Soundkarte angeschlossen werden. 

Die vor allem bei Onlineshootern wichtige Ortbarkeit von Teamkollegen oder Gegnern ist in jedem Fall gewährleistet – auch ohne (virtuelle) Surround-Tricks. Schritte und Schüsse lassen sich gut lokalisieren. Auch leisere Teile, wie etwa Hintergrundmusik, gehen nicht im Gesamtklang unter und sind gut wahrnehmbar. Explosion werden druckvoll dargestellt, man hat ein gutes „Mittendrin-Gefühl“. Wie auch bei der Musikwiedergabe ist der Bassanteil im Sound nicht übermächtig, aber präzise und sauber. Andere Hersteller legen hier in der Abstimmung ihrer Kopfhörer mehr Kraft in den Bass, ich finde ihn aber beim Lioncast LX 55 nach wie vor gut ausbalanciert und nicht überbewertet. 

Insgesamt macht es mir großen Spaß, das Headset in Spielen zu benutzen. Es ist „angenehm zu hören“, d.h. man wird nicht durch schlechte Tonqualität zusätzlich negativ belastet und kann sich so voll auf das Spielgeschehen konzentrieren. 

Mikro

Das Mikrofon bildet die Stimme ganz gut ab. Sie klingt nicht zu dünn, es hat aber mit Sicherheit einen Absenkung des Bassbereichs stattgefunden. Tiefe Mitten sind vorhanden und stützen die Stimme. Sie klingt dadurch nicht zu dünn und wärmer. Allerdings klingt das Mikrofon etwas scharf in den Höhen, insgesamt aber nicht unbedingt blechern. Beim Voicechat in einer Playstation-Party lobten alle Beteiligten die gute Sprachqualität des Mikrofons.

Ich gehe fast davon aus, dass es sich um eine Kugelcharateristik handelt, da man auch Tippgeräusche leider noch sehr gut hört. Atemgeräusche sind deutlich hörbar, hier muss man mit der Positionierung etwas arbeiten, im Discord oder Teamspeak wäre Push-to-Talk auf jeden Fall notwendig. Wer noch einen EQ vorschalten kann, wird hier sicherlich noch bessere Ergebnisse erzielen können, dies dürfte aber nicht der Standard sein.

Preis / Leistung / Fazit

Das Lioncast LX 55 wird auf Amazon für ca. 60,- € angeboten. Ich finde, für die gebotene Qualität und Leistung ist das ein angemessener Preis. Auch, wenn ich mir Velour-Earpads wünschen würde und einen Adapter auf 6,3mm Klinke. 

Ich habe den Kopfhörer zum einen mit meinem Beyerdynamic 770 Pro 80 Ohm verglichen, der nahezu den doppelten Preis kostet. Dieser kann sich klanglich sicherlich vom Lioncast LX 55 absetzen, man hat allerdings nicht den Komfort eines Headsets. Auch spielen beide nicht in der selben Preiskategorie.

Im weitern Vergleich mit dem deutlich günstigeren Geheimtipp Superlux HD 681 bevorzuge ich allerdings den Klang des Lioncast, auch auf Grund der geschlossenen Bauweise. Dieses ist zwar um einiges teuerer, kann hier aber mit dem Vorteil des eingebauten Mikrofons und besserem Klang punkten.

Affiliate-Link zu Amazon (Lioncast LX 55): https://amzn.to/2CvnTst

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