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Raspbian auf einem Raspberry Pi installieren

Bei diesem Tutorial ist es grundsätzlich mal egal, welchen Raspberry ihr nutzt. Lediglich beim Rapberry 1 Mod. A+ und Zero benötigt man zusätzliche Hardware, um ihn Netzwerkfähig zu machen. Aber das lassen wir mal außer Acht.

Als Erstes laden wir und dass Image des Betriebssystems herunter. Hier habe ich mich für den Klassiker Raspbian entschieden. Diesen gibt es in drei verschiedenen Versionen

  • Raspbian Buster Lite
  • Raspbian Buster with desktop
  • Raspbian Buster with desktop and recommended software

Die Lite Variante für die meisten Zwecke völlig ausreichend. Wenn man Projekte wie ein Smarthome-Server, Pi-hole, Octoprint oder ähnliches realisieren möchte ist ja keinerlei Desktop Oberfläche notwendig. Diese Lite Variante hat beim Download lediglich eine Größe von nur 434 MB. Das entpackte Image jedoch dann 1,8 GB. Zum Download kommt ihr hier. Wenn wir die *.zip entpackt haben, kommt eine *.img Datei zum Vorschein. 

Um dieses Image auf die Karte zu bekommen, nutze ich Balena Etcher. Die Software ist für Linux, Windows und macOS erhältlich und ist natürlich kostenlos. Ruck-Zuck ist das Image auf die SD-Karte geflasht und der Raspberry ist dann eigentlich auch schon fast fertig. Die Bedienung ist hier wirklich sehr einfach.

balena Etcher

Tastatur und Bildschirm kann man sich sparen. Man greift ganz einfach via SSH (Secure Shell) auf das Gerät zu. Allerdings muss man bei Raspian SSH erst noch aktivieren. Dazu muss man lediglich auf der boot Partition der Karte eine Datei namens SSH erstellen (mehr Info). Die Datei selbst muss keinerlei Text enthalten und darf keine Dateiendung besitzen. Wenn ihr einen Raspberry mit Netzwerk Büchse nutzt, ist das Gerät jetzt einsatzbereit.

  1. SD-Karte in den RasPi stecken
  2. Netzwerk-Kabel anschließen
  3. Und den RasPi mit Strom versorgen

Jetzt müssen wir nur noch die IP des Raspberry herausfinden. Das macht ihr in euren Router. Hier empfehle ich auch gleich dem Gerät eine feste IP zuzuweisen.

FritzBox Screenshot

Wenn wir die IP Wissen, können wir endlich ersten Kontakt mit unserem Raspberry Pi Aufnehmen.

Unter Linux und macOS muss man hierfür ja lediglich das Terminal nutzen. Für Windows empfehle ich hier PuTTY.

Raspberry Putty 01

Um auch dann auf dem Gerät einzuloggen benötigt ihr einen Login. Dieser ist bei Raspbian der Benutzer pi mit dem Passwort raspberry.

Raspberry Putty 02

 

Nachdem wir uns dann eingeloggt haben, bringen wir das Raspbian Betriebssystem noch auf den neusten Stand. Das machen wir mit folgendem Befehl.

sudo apt-get update && sudo apt-get -y upgrade && sudo reboot

Mit dem Befehl „update“ wird die Liste an Aktualisierungen abgerufen und mit „upgrade“ installiert. Je nach Leistung eures Raspberry Pi kann das einige Minuten dauern. Dann wird ein reboot des Systems ausgeführt. Das bedeutet jedoch auch, dass die SSH Verbindung unterbrochen wird. Man muss sich erneut verbinden und einloggen.

 

 

Localisation Options

 

Das waren eigentlich schon alle relevanten Einstellungen. Nachdem ihr Raspi-config mit Finish beendet ist ein erneuter Neustart erforderlich.

 

Das wars. Euer Raspberry Pi ist jetzt vollständig einsatzbereit und wartet auf seinen produktiven Einsatz.

Interessante Einsatzzwecke sind zum Beispiel Pi-hole, FHEM, HomeBridge, Node-RED oder Retro-Pi.

Smart Home – Mein intelligentes zuhause

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich euch das Smart Home System von Medion vorgestellt. Dieses hat mich jedoch so gar nicht überzeugt. Darum habe ich mich für eine etwas flexiblere und interessantere Bastel-Lösung entschieden.

 

Die Zentrale meines Smart Home Systems ist ein Raspberry Pi 2 mit der Software FHEM. Als weitere Hardware Komponenten nutze ich primär mein (Android) Smartphone, eine HUE Beleuchtung und eine FritzBox.

 

Mein Smart Home im Alltag

 

Es ist Montag früh – Der Wecker auf meinen Smartphone klingelt. Wenn ich diesen ausschalte startet schon eine Reihe von Ereignissen.

  • Beleuchtung im Schlafzimmer, Flur und Küche (Phillips HUE) springt an. Im Schlafzimmer gedimmtes Licht, im Flur eine Stufe heller und in der Küche dann schon 100%.
  • Im Schlafzimmer sowie in der Küche klinkt aus meinen Google Home Lautsprechern Musik, welche von Spotify gestreamt wird.
  • Der Anrufbeantworter meiner FritzBox schaltet vom „Ruhemodus“ (sofortige Anrufannahme) auf den normalen Betrieb.
  • Auf mein Smartphone erhalte ich via Telegram ein paar aktuelle Wetter-Daten.

Es ist wolkig bei 17.88°C und 23.17% Luftfeuchtigkeit. Die gefühlte Temperatur ist 20°C bei einer Windgeschwindigkeit von 7km/h. Der Luftdruck ist bei 973.5592hPa.

Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit werden hier von meiner Wetterstation (Feinstaubsensor) auf meinen Balkon abgerufen. Die restlichen Werte kommen von einem Wetterdienst.

 

Nachdem ich gefrühstückt und mich frisch gemacht habe, verlasse ich auch schon das Haus.

  • Licht, Musik und gegeben falls Computer schalten sich automatisch aus, wenn ich für eine gewisse Zeit das Haus verlassen habe. Hier habe ich bewusst einen Puffer von mehreren Minuten eingebaut, damit ich auch beispielsweise den Müll runter bringen oder Vorräte aus dem Keller holen kann ohne das sich alles ausschaltet.
  • Der Anrufbeantworter meiner FritzBox schaltet wieder auf sofortige Rufannahme. Wenn ich nicht zuhause bin, ist jedes mal klingeln unnötig.

 

Ich mache mich auf dem Weg in die Arbeit.

  • In der Arbeit erhalte ich eine Nachricht auf mein Smartphone, dass ich einen Anruf auf dem Festnetz erhalten habe. In der Mittagspause kann ich dann auch schon zurück rufen.

 

Nach meinen acht Stunden geht es auch gleich wieder heim.

  • Sobald ich nach Hause komme, schaltet sich auch automatisch das Licht ein. Natürlich passiert dies nur, wenn es bereits dunkel ist
  • Der Anrufbeantworter meiner FritzBox schaltet wieder in den normalen Modus.

 

Nach etwas Hausarbeit und dem Abendessen setze ich mich vor dem Fernseher. Auf meinen Kodi-Media Player (App auf meinen Samrt-TV) starte ich einen Film.

  • Das Licht im Wohnzimmer und in der Küche nebenan wird gedimmt.
  • Obwohl der Anrufbeantworter meiner FritzBox bei einen Film wieder in den Ruhemodus schaltet, verpasse ich jedoch kaum wichtige Anrufe. Den jeder Anruf wird mir auf meinem TV angezeigt. Wenn die Rufnummer übermittelt wurde, kann ich bei Bedarf sofort zurückrufen.
  • Wenn ich bloß zur leichten Unterhaltung ein paar Folgen einer Serie gucke, schaltet die FritzBox nicht um. Dafür wird die Serie automatisch pausiert, wenn das Telefon klingelt.
  • Es ist jetzt 18:30 Uhr. Auf meinen Smartphone erhalte ich die Meldung das morgen die Mülltonne geleert wird. Auch wenn ich diese nicht selbst raus stellen muss, bietet es sich an den Mülleimer noch nach unten zu bringen

 

Meine Wecker App auf dem Smartphone errechnet anhand des nächsten gestellten Weckers und einer von mir definierten minimalen Schlafenszeit eine „zu Bett geh Zeit“. Wenn diese erreicht ist, starten auch wieder ein kleines Szenario.

  • In der ganzen Wohnung wird das Licht gedimmt.
  • Aus meinen Google Home ertönt es – wenn auch etwas blechern – „Es ist Zeit ins Bett zu gehen“.
  • Auf meinen TV erhalte ich ebenfalls ein Pop-Up mit dieser Nachricht.
  • Entspannte Musik wie Meeresrauschen ertönt aus meinen Google Home Lautsprechern.
  • Auf meinen Smartphone erhalte ich via Telegram eine kurze Wettervorhersage für den nächsten Tag. Somit kann ich meine Kleidung für den nächsten Tag planen.

    Morgen Schauer bei Temperaturen von 8 bis 19°C

 
Also: TV aus und Bettfertig machen.
 

Meine Wecker-App am Smartphone ist ebenfalls ein Schlaftracker. Wenn dieser aktiviert wird, startet mein Smart Home das „schlafen“ Szenario.

  • Alle Lichter gehen aus.
  • Gegebenenfalls wird der PC herunter gefahren.
  • Der Anrufbeantworter schaltet wieder in den Ruhemodus.

 

Ich hoffe ich konnte euch hier einen kleinen Einblick bietet, wie und wozu ich mein Smart Home nutze. In den nächsten Beiträgen werde ich etwas genauer erläutern wie dies zu bewerkstelligen ist.

 

 

Dieser Post ist ein Beitrag zur Blogparade: Was hast Du bereits-, oder wirst Du zukünftig automatisieren?