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Vor kurzem habe ich mein Streamingsetup dahingehend geändert, dass ich meine CaptureCard eingespart und seitdem das Videosignal mittels NDI Tools über das Netzwerk übertrage. Im Zuge der Recherche zum Setup bin ich über das Audio Tool Voicemeeter Banana gestolpert, das mir geholfen hat, weitere physische Hardware einzusparen.

Was ist Voicemeeter Banana?

Voicemeeter ist eine virtuelle Audiogeräte Mixer Anwendung. Also wie ein Hardware Mischpult, nur in Form einer Software. Man kann verschiedene Audioquellen „routen“ (Ein- und Ausgängen zuweisen) und „mischen“ (Lautstärke angleichen, bzw. Klang verändern). Die Routingfunktionen beinhalten sowohl physische Ausgänge (z.B. Kopfhörerausgang) wie auch virtuelle Ausgänge (z.B. für VoIP Programme wie Discord oder Teamspeak).

Die Version „Banana“ bezeichnet hierbei nur die Versionnummer 2.0.x.x, die im Gegensatz zur Standardversion (1.0.x.x) mehr Ein- und Ausgänge unterstützt. Momentan in Entwicklung ist die Version 3.0.x.x („Potatoe“) mit weiteren Ein- und Ausgängen. Diese ist aber bisher nur in einer vorläufigen Beta verfügbar.

Was kann Voicemeeter?

Ich behaupte jetzt einfach, Voicemeeter vereinfacht das Audio Management unter Windows. Der Benutzer erhält einen deutlich verbesserten Zugriff auf die Audiofunktionen des Betriebssystems. Es ist dadurch möglich, verschieden Klangquellen zusammenzufassen und unterschiedlichen Wiedergabegeräten zuzuweisen oder einfach Anwendungen untereinander audiotechnisch zu verknüpfen (z.B. jede Klangquelle an eine VoIP Software zu schicken). Der Einstieg in die Software ist etwas abstrakt, vor allem für Menschen ohne Vorwissen im Audiobereich. Hat man aber die grundlegende Funktion verstanden, ist Voicemeeter sehr intuitiv und einfach zu bedienen.

Der Anwender erhält eine bessere Kontrolle über die Klangqualität in Windows. Dies wird unter anderem durch den Einsatz von sogenannten DSPs (Digital Sound Processor) wie einem Compressor, NoiseGate oder parametrischem Equalizer erreicht. Mit Hilfe dieser Funktionen kann man sehr einfach die Klangqualität von Mikrofonen verbessern.

Dieses Schaubild zeigt die verschiedenen Ein- und Ausgangsmöglichkeiten von Voicemeeter Banana

Voicemeeter Banana Anschlüsse

Voicemeeter Banana Anschlüsse [Quelle: https://www.vb-audio.com/Voicemeeter/VoicemeeterBananaConnectivity.gif]

Wie benutze ich Voicemeeter?

Mein bestehendes Audiosetup bestand bisher aus einem analogen Mischpult mit USB-Schnittstelle. Daran habe ich alle vorhandenen Audioquellen (Mikrofon, zwei PCs etc.) angeschlossen und die Lautstärke und das Routing der einzelnen Geräte geregelt. Die Einbindung eines solchen analogen Geräts in ein digitales Setup ist aber immer mit Schwierigkeiten verbunden, Stichwort Netzbrummen. Außerdem benötigt man ja auch die physiche Hardware. Somit entstehen auch Kosten.

Voicemeeter ist (kostenlos) Donationware, d.h. der Nutzer kann die Software kostenlos herunterladen, ist bei dauerhafter Benutzung aber angehalten, dem Entwickler dafür Geld zu spenden. Das ist für eine Software von dieser Qualität und Leistungsfähigkeit erstaunlich. Vorhandene Hardware wie USB-Microfone oder Headsets können ohne Probleme weiter benutzt werden. In meinem Fall konnte ich mein Rode NT1A Mikrofon über ein Behringer UMC404HD Audiointerface einbinden, dass ich noch im Schrank liegen hatte. So konnte ich auch noch meinen analogen Compressor weiterbenutzen. Mit Hilfe von zusätzlicher Software wäre aber auch die Einbindung von VST-Plugins (Virtual Studio Technology – In Software nachgebildete Audiogeräte) möglich, dies habe ich bisher aber noch nicht ausprobiert. Nativ werden VSTs leider nicht unterstützt. Ich hoffe, diese Funktion wird in einem zukünftigen Update noch nachgereicht.

In der Version „Banana“ bietet mir Voicemeeter genügend Ein- und Ausgänge, um mein bisheriges analoges Setup nachzubauen, es sind sogar noch Kanäle frei. Bleibt nur die Frage offen, wie ich Audiosignale von meinem Gaming PC an meinem Streaming PC übermitteln kann, ohne auf analoge Verbindungen zu setzen. Und hier bietet Voicemeeter eine Funktion, die wirklich genial ist.

Was ist VBAN?

VBAN (Vincent Burel Audio Network) ist ein Protokoll zur Echtzeitübertragung von digitalen Audiostreams in IP-basierten Netzwerken. Sprich, man kann digitale Audiodaten über Ethernet (mit Einschränkungen auch über WLAN) an verschiedene Computer eines Netzwerks übertragen. In Echtzeit. In meinem Fall nutze ich diese Funktion folgendermaßen:

Das Audiosignal meines Mikrofons wird über VBAN von meinem Streamingrechner an meinem Gamingrechner übertragen, um dort bei Bedarf in InGame-Voicechats zur Verfügung zu stehen. Gleichzeit übertrage ich das gesamte Audiosignal des Gamingrechners an meinen Streamingrechner, wo dies als ein eigener Kanal in Voicemeeter zur Verfügung steht. Somit entfällt jegliche analoge Verbindung und somit auch Quelle für Störgeräusche.

Voicemeeter VBAN


Voicemeeter VBAN [Quelle: https://www.vb-audio.com/Voicemeeter/VoicemeeterVBANImplementation.gif]

Fazit

Voicemeeter ist (kostenlos) Donationware, aber auf keinen Fall umsonst. Selten habe ich ein Stück Software kennengelernt, dass solche essentiellen Features bietet und noch dazu nichts kostet. Ich kann jedem, der dieses Programm noch nicht kennt, nur wärmstens einen Test empfehlen. Ich hab dem Entwickler auch Geld gespendet, diese Software ist definitiv unterstützenswert und könnte gut und gerne 50,- € oder mehr kosten. Für mich hat sie viele Probleme gelöst, Geld gespart und mein Setup deutlich übersichtlicher gestaltet.

Wie schaut Euer Audiosetup aus, habt Ihr eventuelle auch schon Erfahrungen mit Voicemeeter gemacht? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

Wie bereits in einem anderen Artikel beschrieben, setzt sich mein Twitch Streaming Setup aus zwei separaten Rechner zusammen. Das ist zum einen der Streaming PC für das Encoding, zum anderen der Gaming PC für das Ausführen der Spiele. Mein bisheriges Setup hat sich vor Kurzem aber in einigen relevanten Details geändert.

Ausgangsituation

Bisher habe ich meinen iMac (2012) als Streaming PC genutzt. Das hat auch sehr zuverlässig funktioniert. Nach meinem Projekt „150 € Gaming PC“ (wieso habe ich dazu eigentlich noch keinen Artikel geschrieben?) hatte ich allerdings einen relativ leistungsstarken Rechner auf Intel Xeon Basis im Prinzip „übrig“. Da ich sowieso die neue Software Streamlabs OBS ausprobieren wollte (die es zur Zeit nur für Windows gibt), habe ich den Xeon also kurzerhand als Streamingrechner umfunktioniert. Somit basieren beide Rechner auf Windows 10. Das bringt in diesem Bereich tatsächlich den einen oder anderen Vorteil. Das Videosignal des Gaming Rechners wurde bisher mittels einer CaptureCard (Avermedia LGP2) aufgenommen.

Ich habe allerdings in meinem jugendlichen Leichtsinn die oberste IT-Regel verletzt („Never touch a running system“) und die Firmware der CaptureCard geupdatet. Dies hatte zur Folge, dass ich auf Grund von HDCP Beschränkungen das Videosignal des Gaming PCs nicht mehr anzeigen konnte. Auf der Suche nach einer Lösung (HDMI Splitter!) stolperte ich allerdings über etwas, dass sich NDI nennt.

Was ist NDI und was hat es mit Streaming zu tun?

“Network Device Interface (NDI®) is a royalty free standard developed by NewTek to enable video-compatible products to communicate, deliver, and receive broadcast quality video in a high quality, low latency manner that is frame-accurate and suitable for switching in a live production environment.”

Soweit Wikipedia. NDI wird als Quasinachfolger von SDI (Serial Digital Interface – eine serielle, digitale Schnittstelle, primär zur Übertragung von unkomprimierten und unverschlüsselten Videodaten über Koaxialkabel oder Lichtwellenleiter) gehandelt und basiert auf der Übertragung von Videodaten über Ethernet. Die Firma NewTek ist hier federführend und stellt kostenlose Tools für den Anwender zur Verfügung. In den meisten (mit Kabel verbundenen) Heimnetzwerken kann NDI ohne zusätzliche Hardware einfach genutzt werden. Die meisten Streamingprogramme unterstützten nach Installation bestimmter Plugins oder von Haus aus die Einbindung einer NDI Quelle ebenfalls. Zur Not bietet NDI noch einen Lösungsweg über das Bereitstellen einer virtuellen Webcam, in die der NDI-Stream eingebunden wird. Die Webcam kann dann in die Streamingsoftware eingebunden werden. Nach einer kurzen Recherche im Internet fand ich bei YouTube eine sehr informativen Kanal, der genau meinen Anwendungsfall abdeckte. 

So konnte ich also, ohne zusätzliche CaptureCard, das Videosignal vom Gaming Rechner auf meine Streamingrechner übertragen. Dies ging erstaunlich einfach, ohne großen Konfigurationsaufwand. In meinem Fall erkenne ich in der Streamqualität auch keinen Qualitätsverlust, das Videosignal wird zwischen den Rechnern mit 1080p und 60fps übertragen. Eine geringe Latenz ist zu erkennen, diese spielt hier allerdings keine Rolle. Manche USB 2.0 CaptureCard hat hier deutlich höhere Verzögerungen.

Audio

Seit längerem bin ich auch mehr oder weniger zufrieden mit meiner Audiolösung. In meinem Mischpult haben mittlerweile zwei Kanäle angefangen zu rauschen und sind somit nicht mehr zuverlässig nutzbar. Außerdem habe ich seit kurzem trotz Einsatz eines Massetrennfilters ein Netzbrummen im Audiosignal. 

Beim Erkunden des oben genannten YouTubekanals bin ich auf eine Software namens Voicemeeter gestoßen. Zu diesem Tool möchte ich im Detail noch einen weiteren Artikel veröffentlichen. Hier nur die Zusammenfassung in Kürze:

Voicemeeter Banana

Voicemeeter Banana

Voicemeeter ist ein Audiotool in Form eines digitalen Mischpultes. Mit Hilfe von virtuellen Audiogeräten, die als Ein- und Ausgänge genutzt werden können, kann jede Audioquelle unter Windows abgemischt und einem oder mehreren virtuellen oder realen Audioausgängen zugewiesen werden. Klingt etwas abstrakt und bedarf am Anfang etwas der Einarbeitung. Hat man das System aber erst einmal verstanden, bietet Voicemeeter ein sehr großes Potential. Ich nutzte das Tool in Verbindung mit zwei Mikrofonen, meinem Audiointerface Behringer UMC404HD und einem externen Compressor (Behringer MD2200). Voicemeeter bietet auch sehr einfach die Möglichkeit, Audio über Netzwerk von und zu einem anderen Rechner zu übertragen. Und das Beste zum Schluß: Es ist kostenlos!

 

In dieser schematischen Darstellung habe ich das Setup für Euch zum besseren Verständnis noch mal zusammen gefasst.

So sieht mein aktuelles Streaming Setup im Schema aus

Schema Streaming Setup

 

Fazit:

Mit diesen Änderungen am Setup konnte ich Hardware einsparen und potentielle Fehlerquellen ausmerzen. Hätte ich bereits früher von diesen Möglichkeiten gewusst, hätte ich mir auch die eine oder andere Investition (z.B. in ein Mischpult) sparen können. Bisher funktioniert dieses Setup fehlerfrei. Wichtig ist nur die richtige Konfiguration des Heimnetzwerks und eine Gigabitverbindung zwischen den beteiligten Rechnern. 

 

Wie groß ist eigentlich das Interesse an entsprechenden YouTube Videos (z.B. Setup oder Einrichtung)? Habt Ihr selbst schon Erfahrungen mit NDI oder Voicemeeter gesammelt? Wie schaut Euer aktuelles Streamingsetup aus? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!

Computer Innenleben

Ich bewege mich seit ein paar Jahren privat fast nur noch im Apple Ökosystem, das ja bekanntermaßen nicht unbedingt die beste Basis für ambitionierte Gamer bietet. Und trotz einer Playstation 4 im Haushalt ist Microsoft Windows nach wie vor das Betriebssystem Nummer 1. Also stand vor einiger Zeit die Investition in ein Hardwareprojekt für einen Gaming PC an, der allerdings finanziell im überschaubaren Rahmen bleiben sollte.

 

Die Recherche

Da ich mich, wie oben erwähnt, seit einiger Zeit nicht mehr mit der aktuellen Hardwareentwicklung auseinandergesetzt hatte, musste ich mich erstmal wieder auf den momentanen Stand der Technik bringen. Ein guter Anlaufpunkt in solchen Fällen ist natürlich die entsprechende Fachliteratur.  Zu empfehlen ist hier eigentlich immer die PC Games Hardware. Man bekommt neben relevanten Artikeln auch immer gute Tabellen an die Hand, um verschiedene Hardwarekomponenten entsprechend ihres Preis-Leistungs-Verhältnisses einzuordnen. Das, und die Suche nach speziellen Low Budget Gaming Komponenten, brachte mich letztendlich an mein Ziel, einen möglichst leistungsfähigen Gaming PC für mein Hobby zusammenzustellen.

Die Gaming PC Hardware

Nach der ausführlichen Recherche ging es an die Hardwarezusammenstellung. Nach der Abwägung aller relevanten Gesichtspunkt, wie die angestrebte Leistung und Preis, habe ich mich für folgende Einzelkomponenten entschieden:

  • CPU: Intel Core i3-6100 Boxed Edition
  • Mainboard: MSI H110M PRO VH110
  • GPU: XFX 8GB RX 480 Black Edition
  • RAM: Kingston HyperX DIMM 8GB DDR4-2133 Kit
  • Netzteil: Thermaltake Hamburg 530 Watt
  • Festplatte: SanDisk Ultra II SSD 2,5″ 240GB
  • Monitor: BenQ 24″ GL2450 LED
  • Gehäuse: Sharkoon VG4-W PC-Gehäuse mit Window Kit

Dieses System bietet mehr als ausreichende Spiele-Leistung in einer Full-HD-Auflösung für insgesamt ca. 800,- Euro. Die Komponenten wurden von mir live auf der Plattform Twitch.tv zusammengebaut, als Software-Basis kam wie geplant Windows 10 zum Einsatz.

 

Die Gründe

Warum ein Core i3?

Dieser Prozessor bietet für das geplante Einsatzgebiet tatsächlich das beste Preis/Leistungsverhältnis. Er hat zwar nur zwei “echte” Kerne, beherrscht aber Hyperthreading, also das virtuelle Simulieren mehrerer Kerne. Und mit einem Takt von 3,7 GHz bietet er ausreichend Rechenleistung für aktuelle und zukünftige Spieletitel. Ein i5 wäre zwar ebenso sinnvoll, aber auch teurer und würde auch ein besseres Mainboard nach sich ziehen (ein weitere Kostenfaktor).

AMD Prozessoren wären zwar tatsächlich noch ein paar Euro billiger, die “aktuelle” Architektur ist allerdings fast vier Jahre alt, ebenso die dazugehörige Infrastruktur. Also keine wirkliche Empfehlung mehr. “Ryzen”, so die neue Generation an AMD-Prozessoren, steht zwar in den Startlöchern, ist aber noch nicht auf dem Markt und wird auch noch etwas auf sich warten lassen.

Warum dieses Mainboard?

Die kleinste und geringste Ausbaustufe des verbauten Chipsatzes bietet genügend Ausstattung für einen reinen Gaming PC. USB 3.0 ist an Bord, ebenso eine schnelle Anbindung der Grafikkarte. Zwar besitzt das Board nur zwei Slots für Arbeitsspeicher, mehr hatte ich aber sowieso nicht vor zu verbauen. Sollte ich tatsächlich einmal mehr RAM benötigen, würde ich diesen sowieso komplett ersetzen. Eine separate Soundkarte kann noch nachgerüstet werden, andere Erweiterungskarten werden von mir nicht benötigt.

Warum nur 8 GB RAM?

Ganz einfach: Mehr hätte mehr gekostet und somit den finanziellen Rahmen gesprengt. 8 GB RAM sind für aktuelle Spiele ausreichend, vor allem, da der PC keine anderen Aufgaben neben dem Spielen erledigen muss.

Keine magnetische Festplatte?

Nein, ich benötige keine großen Speichermöglichkeiten und die SSD ist für das Betriebssystem und ein paar Spiele vollkommen ausreichend.

Warum diese Grafikkarte?

Als ich den PC zusammenstellte, war die aktuelle GPU-Generation von Nvidia noch nicht auf dem Markt verfügbar. AMD allerdings hatte mit seiner Polaris-Architektur eine sehr leistungsfähige GPU auf dem Markt, die noch dazu 8 GB DDR5 RAM mit an Bord hat. Mehr als ausreichende Reserven für aktuelle und kommende Spiele. Selbst jetzt, da die aktuellen GTX Grafikkarten auf dem Markt sind, bereue ich meine Wahl nicht. Diese sind nämlich entweder teurer, haben weniger Arbeitsspeicher oder schlechter Leistungsdaten, als die von mir verbaute Karte.

 

Was haltet Ihr von der Zusammenstellung? Wie schaut Euer Gaming PC aus? Über Rückmeldungen in den Kommentaren würde ich mich freuen.

TV

Vor gar nicht allzu langer Zeit habe ich die Streaming-Plattform “Twitch.tv” für mich entdeckt. Diese Plattform ist für mich einerseits eine Alternative zum linearen Fernsehen, andererseits eine Möglichkeit, selbst Streams zu hosten und eine kleine Community aufzubauen. Hier stelle ich die Hardware-Seite meines Streaming Setups vor.

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