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Auf die Firma Ultrasone wurde ich aufmerksam durch den Podcast „Bits und so“. Kopfhörerenthusiast Bastian @schlingel Woelfle hat in den sog. „Picks“ zwei verschiedene Produkte der Firma vorgestellt und war sehr begeistert. Ich habe also die Firma angeschrieben und um Übersendung eines Testmusters gebeten.

Wie schon in meinem letzten Test erwähnt, bin ich seit Jahren großer Fan meines Beyerdynamic DT 770 Pro. Bisher konnte mich kein anderer Kopfhörer mit besserem Klang überzeugen. Und um das Endergebnis gleich vorwegzunehmen: Der Performance 820 hat es geschafft. Aber eins nach dem anderen.

Hintergrundinformationen

Die deutsche Ultrasone AG mit Sitz am Starnberger See wurde 1991 gegründet und hat sich seitdem einen Ruf bei audiophilen Hörern auf der ganzen Welt gemacht. Ultrasonekopfhörer sind im Pro-Audio-Bereich bei DJs und in renommierten Tonstudios genauso zu finden wie bei HiFi-Liebhabern in über 50 Ländern.

Der Performance 820 ist seit August 2015 auf dem Markt und wird im Portfolio von Ultrasone als Allround-Kopfhörer für ambitionierte Einsteiger positioniert. Es handelt sich um einen Kopfhörer mit geschlossener Bauart, der sowohl Geräuschen nach als auch von außen sehr gut abdämpft. Ich bin Fan dieser Bauart, mit halboffenen bzw. offenen Kopfhörern kam ich in der Vergangenheit nie sonderlich gut zurecht.

Optik

Nimmt man den Kopfhörer aus der Schachtel, fällt als Erstes die schicke Optik auf. Eine diagonal angeordnete Kombination von mattschwarzem und glänzendem Kunststoff sorgt für ein markantes Äußeres. Der Kopfhörer ist in drei Farbvarianten (rot, weiß und schwarz) erhältlich, die glänzenden Kunststoffteile sind dementsprechend gefärbt. Die Ohrmuscheln und der Kopfbügel sind mit einem weichen Protein-Leder bezogen und runden das Design ab.

Performance 820 Farbvarianten

Die drei Farbvarianten des P820

Hardware

Der Kopfhörer wiegt angenehme 244 Gramm. Für die Ohrpolster und Kopfbügel kommt ein hochwertiger, mit Protein-Leder bespannter Schaumstoff zum Einsatz. Der Hersteller verbaut hier 40-Millimeter-Schallwandler in dezentraler Bauweise, dazu später noch mehr. Diese erreichen laut Ultrasone einen Schalldruck von bis zu 99dB, was für mehr als genügend Dynamikreserven sorgt. An den Schallwandlern liegt eine Impedanz von 32 Ohm an, was genug Leistung auch für den Betrieb an mobilen Geräten sicherstellt. Geliefert wird der Kopfhörer mit einem Microfaser-Transportbeutel sowie einem 1,2 m langen Kabel mit integriertem Mikrofon und Funktionstasten.

Performance 820 Microfaserbeutel

Der mitgelieferte Microfaserbeutel

Hier muss ich einen meiner wenigen Kritikpunkte anbringen. Das Kabel entspricht nicht der ansonsten gebotenen Qualität und ist meiner Meinung nach deutlich zu kurz. Der Hersteller setzt leider auf Kopfhörerseite auf den eher unüblichen 2,5mm Klinkenanschluss. So lässt sich das Kabel nicht einfach durch ein anderes, längeres Standardkabel ersetzten, bei Amazon gibt es aber Alternativen. Bei einem Kopfhörer dieser Preisklasse hätte ich mir ein deutlich hochwertigeres und längeres Kabel gewünscht, zudem fehlt der Adapter auf 6,3mm Klinke.

Ultrasone S-Logic® Plus

Wie oben bereits erwähnt, werden die Schallwandler in dezentraler Bauweise in den Ohrmuscheln angeordnet. Die soll für ein deutlich räumlicheres und natürlicheres Klangerlebnis als bei herkömmlichen Kopfhörern sorgen. Durch dieses Konzept soll der typische „Kopfhörerklang“ vermieden werden, das Hörerlebnis soll eher dem perfekt aufgestellter Lautsprecher im Stereodreieck in einem Raum entsprechen. Zudem kann durch S-Logic® Plus der Schalldruck um bis zu 40 % (3-4 dB) bei vergleichbarem Klangerlebnis reduziert werden, was das Gehör nachhaltig schont.

Tatsächlich bietet der Kopfhörer ein sehr gutes räumliches Schallbild. Wenn dies im Mix der Quelle angelegt ist, lassen sich z.B. Instrumente oder Soundeffekte gut im Raum verorten. Dies ist auch bei Computerspielen wichtig, um Gegner richtig lokalisieren zu können. Schließt man beim Hören die Augen, kann man bei entsprechender Aufnahme die Band fast vor sich auf deiner Bühne sehen.

Klang

Wie bereits in der Einleitung erwähnt, bin ich vom Klang des P820 mehr als begeistert. Ich habe ihn im Testzeitraum ca. 60 Stunden getragen und für unterschiedliche Anwendungszwecke, wie es sich für einen Allrounder gehört, genutzt.

Musik

Neue Kopfhörer werden immer zuerst mit meiner „Soundcheck“ Playlist und verschiedenen Musikstilen getestet. Die Liste enthält basslastige Titel, aber auch Filmmusik, Stücke mit Fokus auf Gesang und Stimme sowie gitarrenlastige Musik.

Beim erster Klangeindruck überraschten mich die mehr als präsente Höhen des P820 und sein gut abgestimmter, sauberer Bass. Nach kurzer Eingewöhnung bietet der Kopfhörer ein homogenes Klangbild, das ich im Testzeitraum sehr zu schätzen gelernt habe. Stimmen werden im Mix präzise dargestellt und fallen nicht nach hinten, der Bass bleibt stets definiert und rundet das Klangbild nach unter sauber ab, ohne matschig zu sein. Die Mitten bieten eine kompaktes Klangbild ohne das Quellsignal zu verfärben. Auch längeres Hören ermüdet die Ohren nicht, dank S-Logic® Plus und geschlossener Bauweise kann hier auch mal etwas leiser gedreht werden. Die Klangqualität bleibt auch bei geringen Lautstärken voll erhalten.

Mobilgeräte

Am Tablet bzw. am Smartphone habe ich den Kopfhörer für die Film- und Serienwiedergabe über Netflix und YouTube genutzt, aber auch für verschiedene Mobilgames. Er leistet sich auch hier keine Schwächen. Bei Filmen ist die Klangwiedergabe sehr detailliert, Dialoge sind stets einwandfrei verständlich. Explosionen und ähnliche Effekte bieten in Filmen und Spielen eine eindrucksvolle Klangkulisse. Durch S-Logic® Plus entsteht hier trotz Stereowiedergabe ein räumliches Klangbild.

Games

Im Spielebereich habe ich den P820 mit Overwatch, APEX Legends, PUBG und verschiedenen Strategiespielen sowie MMORPGS auf dem PC getestet. Ich hab den Kopfhörer mit einem 6,3mm Klinkenadapter an mein UMC404HD Soundinterface angeschlossen.

Die vor allem bei Onlineshootern wichtige Ortbarkeit von Teamkollegen oder Gegnern ist in jedem Fall gewährleistet – auch ohne (virtuelle) Surround-Tricks. Schritte und Schüsse lassen sich gut lokalisieren. Auch leisere Teile, wie etwa Hintergrundmusik, gehen nicht im Gesamtklang unter und sind gut wahrnehmbar. Explosion werden druckvoll dargestellt, man hat ein sauberes „Mittendrin-Gefühl“. Wie auch bei der Musikwiedergabe ist der Bassanteil ausgewogen und präzise. Ein zusätzlicher Voicechat mit den Mitspielern war immer klar verständlich.

Insgesamt macht es mir sehr großen Spaß, den P820 in Spielen zu benutzen. Das Hören gestaltet sich durch den hervorragenden Klang stressfrei, d.h. man wird nicht durch schlechte Tonqualität zusätzlich negativ belastet und kann sich so voll auf das Spielgeschehen konzentrieren.

Ultrasone selbst hat das Potential ihrer Kopfhörer für den Gamingmarkt bereits erkannt und spricht unter gaming.ultrasone.com bewusst den ambitionierte Spieler an. Für mich ist der Kopfhörer eine absolute Empfehlung im Gamingbereich.

Tragekomfort

Der P820 bietet einen angenehmen Anpressdruck, mehr als ich von meinem DT 770 Pro gewohnt bin. Ich bin allerdings kein Brillenträger, diese könnte das bei entsprechender Empfindlichkeit stören. Der Verstellmechanismus des Kopfbügels rastet sauber und gut fühlbar ein, auch große Köpfe sollten aufgrund der weiten Verstellbarkeit keine Probleme bekommen. Die Scharniere der Ohrmuscheln haben für meine Geschmack etwas zu viel Spiel, sie passen sich dennoch gut der Kopfform an.

Die Protein-Lederpolster sind ohrumschließend, meine Ohren (nicht abstehend) stoßen nicht an die Innenseiten der Ohrmuscheln an. Auch nach vier bis fünf Stunden Gamingsession drückt der Kopfhörer nicht. Warme Ohren habe ich auch nicht bekommen, ich bin also vom Tragekomfort insgesamt überzeugt.

Kabelfernbedienung mit Mikro

Im Lieferumfang befindet sich, wie oben bereits erwähnt, eine integrierte Kabelfernbedienung mit Mikrofon. Leider gibt es die iQ App nicht für iOS. Mit deren Hilfe kann man die Funktionen der Kabelfernbedinung noch individualisieren. Ansonsten lassen sich Gespräche mit der Taste bequem annehmen. Diese Funktionalität ist für mich aber zweitrangig.

Bluetoothmodul Ultrasone SIRIUS

Ein sehr interessantes Addon für den P820 ist das separat erhältliche Bluetoothmodul Sirius. Es wurde speziell für die Kopfhörer der Performancereihe entwickelt und übertragt Audio über BT 4.1 in aptX® Qualität. Durch die geschwungen Form schmiegt sich das Bluetooth-Element nahtlos und unscheinbar an den Kopfhörer. Mit drei Tasten lässt sich die Lautstärke regeln sowie die Wiedergabe starten und stoppen. Natürlich ist auch ein Mikrofon mit eingebaut. Somit ist es möglich, den Kopfhörer als Headset für das Telefonieren mit dem Smartphone, am Tablet oder Computer zu nutzen. Eine Akkuladung reicht für bis zu 12 Stunden Betreib, die Reichweite beträgt bis zu 20 Meter.

Für mich ein weiterer Pluspunkt. Unterwegs wünsche ich mir in letzter Zeit öfters einen anständigen kabellosen Kopfhörer, mit dem Sirius hätte ich die Möglichkeit, einen sehr guten Kopfhörer mobil zu machen. Einzig der Preis von ca. 135,- € zusätzlich schreckt mich ab.

Preis / Leistung / Fazit

Ultrasone ruft für seinen Kopfhörer Performance 820 laut Homepage eine UVP von 149,- € auf. Der Straßenpreis bei den gängigen Onlinehändlern liegt erfahrungsgemäß etwas tiefer.

Der P820 liegt somit nahezu im gleichen Preissegment wie mein Beyerdynamic DT 770 Pro. Für mich bezeichnet dieser Preisrahmen das obere Ende des Einsteiger- bzw. Enthusiastenbereichs. Wenn ich soviel Geld für einen Kopfhörer ausgebe, muss dieser auch liefern. Und das tut der Performance 820 auf jeden Fall. Die Verarbeitung ist einwandfrei, auch wenn der Kopfhörer im Vergleich nicht ganz so stabil wirkt wie andere Produkte. Hier hätte man eventuell noch etwas Metall zur Stabilisierung einsetzten können. Auch das mitgelieferte Kabel entspricht meiner Meinung nach nicht dem geforderten Preisrahmen. Aber jegliche Kritik ist ob der gebotenen Klangleistung vergessen. Hier bin ich seit Jahren mehr als positiv überrascht worden, für mich schlägt der P820 meinen DT 770 Pro im Klangvergleich. Der Unterschied ist für mich sogar so groß, dass ich ernsthaft an eine Anschaffung des Ultrasone Kopfhörers denke. Die optionale Bluetooth-Erweiterung ist für mich ein zusätzlicher Kaufgrund. Wer also einen wirklich leistungsstarken Allround-Kopfhörer oder einen hervorragenden Gamingkopfhörer sucht und über die angesprochenen Kritikpunkte hinwegsehen kann, erhält hier von mir eine klare Kaufempfehlung.

Hier noch ein Affiliate-Link zum Kopfhörer auf Amazon: ULTRASONE Performance 820 Kopfhörer in Schwarz | Over-Ear Kopfhörer für das Studio und Zuhause

Hat Euch der Artikel gefallen?

Habt Ihr auch schon Erfahrungen mit Produkten von Ultrasone gemacht? Was ist Eure bevorzugte Marke im Bereich Headset / Kopfhörer? Auf was legt ihr besonderen Wert, wenn Ihr Euch für ein Produkt aus dem Bereich Audio & Gaming entscheidet? Wäre der Ultrasone Performance 820 ein Kopfhörer für Euch? Ich freue mich schon auf Eure Kommentare!

Vor einiger Zeit durchstreifte ich YouTube nach interessanten Videos und stieß dabei auf ein paar interessante Beiträge zu alter Hardware und ihrer Leistungsfähigkeit in einem sehr günstigen Gaming PC. Das sah ich als interessante Herausforderung und startete selbst ein solches Projekt.

Vorüberlegung

Was war die Zielsetzung dieses Bastelprojekts? Ich wollte einen Gaming PC zusammenstellen, und zwar so günstig wie möglich. Das man hierbei natürlich Kompromisse eingehen muss, sollte jedem klar sein. Das Gaming System soll nach Möglichkeit eine Auflösung von 1080p ermöglichen, je nach Monitor wäre aber auch eine geringere Auflösung denkbar. Die Vorgabe war ursprünglich ca. 100,- €, diese Budgetplanung konnte ich allerdings nicht halten und musste auf etwa 150,- € aufstocken.

Diese Vorgaben einzuhalten ist aber tatsächlich relativ schwer zu schaffen. Man muss auf ein paar Komponenten zurückgreifen können, die vielleicht schon seit einiger Zeit im Schrank liegen und eigentlich schon ausgemustert wurden. Gerade im Bereich Monitor, RAM oder SSD / HDD kann man hier wertvolles Budget sparen. Auch so essentielle Sachen wie Maus und Tastatur sollten sich schon im Besitz befinden und nicht extra beschafft werden müssen. In meinem Fall war noch eine ungenutzte 60 GB SSD vorhanden sowie Maus, Tastatur und ein 22“ Monitor mit 1680×1050 px Auflösung.

Teile

Grundsätzlich ist zu sagen, man muss etwas Geduld mitbringen und Willens sein, die einschlägigen Plattformen wie Ebay (Kleinanzeigen) oder verschiedene Hardware und Gaming Foren regelmäßig nach Schnäppchen und passenden Komponenten zu durchsuchen. Zur Not funktioniert aber auch der Kauf über Amazon.

CPU

Gaming CPU

AMD Phenom II X 945

Man sollte sich im Vorfeld auf jeden Fall Gedanken zu den verbauten Teilen machen, so dass diese auch mehr oder weniger zueinander passen. Eine nach wie vor brauchbare Plattform für kleines Geld bietet hier AMD mit dem Phenom System. Im Detail habe ich mich für einen Phenom II X4 945 entschieden, aber auch ein Phenom II X4 955 wäre eine gute Wahl. Mit dieser 4 Kern CPU lässt sich noch ganz gut zocken. Im besten Fall kauft man hier im Bundle, also Mainboard, CPU und wenn möglich RAM in einem. So lässt sich auf jeden Fall viel Geld sparen. Man kann hier auf jeden Fall den mitgelieferten Lüfter verwenden.

Mainboard

Mainboard

Gigabyte Mainboard

Der Sockel AM3 bietet eine große Auswahl an Herstellern und Mainboardmodellen. Man kann sich hier relativ frei entscheiden, maßgeblich wird die Wahl aber durch eventuelle Bundleangebote bestimmt. Ich habe nicht explizit nach einem bestimmten Board gesucht, hier kommt jetzt ein Gigabyte GA-870A-UD3 zum Einsatz. Wie auf dem Foto zu erkennen ist, bietet das Board auch schon USB3 Anschlüsse. Ich konnte die Kombination für 20,- € erstehen, da der Verkäufer angab, es komme sporadisch zu Abstürzen. Im Endeffekt besteht bei sowas aber immer das Risiko, Elektroschrott zu kaufen.

Lüfter

Was ich nicht beachtet hatte war, dass bei diesem Angebot kein CPU-Lüfter angeboten wurde. Ich hab mich dann für ein sehr günstiges Angebot auf Amazon entschieden, was mit weiteren 7,- € zu Buche schlug.

GPU

GPU

Der wohl spannendste Teil bei der Auswahl und Beschaffung der Komponenten ist die Grafikkarte. Der Markt war zum Zeitpunkt des Projektes immer noch deutlich überteuert, da aufgrund des Mining-Booms sehr viele Grafikkarten in entsprechenden Miningrigs verbaut waren.

Wirklich interessant ist aber die Tatsache, dass auch ältere Grafikkarten immer noch genügend Leistung für Gaming bieten. Beliebte aktuelle Titel werden  zumindest mit verminderten Details ausreichend schnell dargestellt. Dies mag zum Teil an der gleichzeitigen Entwicklung bzw. Konvertierung von Konsolentiteln für den PC-Markt liegen. Zum anderen wurde bei der Entwicklung neuere Grafikkarten mehr Priorität auf Energieeffizienz und Temperaturentwicklung gelegt (vgl. hier „Probleme“). Meine Wahl fiel auf eine Geforce GTX 760 mit 2 GB RAM. Ich konnte die Karte für 50,- € über Ebay Kleinanzeigen erstehen. Diese Karte kann sich immer noch gegen aktuelle Modelle behaupten, Leistungsmäßig ist ein Upgrade erst ab einer Geforce GTX 1060 wirklich erkennbar. 

RAM

Gaming RAM

Kingston Hyper X

Die Beschaffung von RAM ist die wohl nervenzehrendste Aufgabe bei der Akquise der Komponenten. Die Preise waren meiner Meinung nach unverschämt hoch, die Angebote eher spärlich. Ich hatte unglaubliches Glück, dass ein Freund mir hier ein unschlagbares Angebot gemacht hat. So konnte ich auf 8 GB DDR3 RAM von Kingston zu einem unschlagbaren Preis zurückgreifen, was das Budget mehr als deutlich entspannt hat.

Gehäuse

Beim Gehäuse habe ich keinerlei Wert auf Optik oder Qualität gelegt. Ich konnte bei Ebaykleinanzeigen einen (neuen) Bürotower inklusive Netzteil für 10,- € zzgl. Versand erstehen. Leider hatte ich nicht bedacht, dass sich Büronetzteile nicht für den Anschluss einer dedizierten Grafikkarte eignen. Entsprechende PCI-Stromleitungen sind hier gar nicht vorgesehen. So blieb mir nichts anders übrig, als ein entsprechendes Netzteil (nochmals) separat zu beschaffen. Hier würde ich auch nicht raten, allzu sparsam zu sein. Man spart schnell am falschen Ende. Meine Wahl fiel auf ein BeQuiet Netzteil mit passenden PCI-Steckern im Preisbereich um die 40,- €. Dies führte letztendlich auch zur Anhebung des Grundbudgets.

Probleme

Grundsätzlich muss ich sagen, einen Gaming PC „from scratch“ für 150,- € oder weniger zusammenzustellen, ist nahezu unmöglich. Sollte man nicht relativ viel Glück haben und ein außergewöhnliches Schnäppchen mit einem Bundel aus Mainboard, CPU und Grafikkarte machen, stößt man sehr schnell an finanzielle Grenzen. Viele Videos im Internet setzen auch oft solche Sachen wie Netzteil oder Festplatte und Zubehör als gegeben voraus. Auch werden Versandkosten nie in die Rechnung mit einbezogen.

Wie im obigen Text bereits erwähnt, kann die Marktsituation bei RAM und Grafikkarten schnell zur Überschreitung des geplanten Budgets führen. Mittlerweile hat sich der Gebrauchtmarkt aber glücklicherweise wieder entspannt. Der Miningboom ist am abflauen, es sind immer mehr gebrauchte Grafikkarten verfügbar und somit purzeln auch die Preise. Auch die RAM Preise sind wieder deutlich angemessener als vor noch etwa einem halben Jahr. 

Zeit ist ein entscheidender Faktor. Wer von heute auf morgen alle Komponenten beschaffen möchte, wird mit Sicherheit deutlich mehr zahlen als jemand, der sich keinen Zeitdruck auferlegt und kontinuierlich den Markt auf passende Angebote prüfen kann.

Nicht zu vernachlässigen ist auch der deutlich höhere Stromverbrauch alter Komponenten. Dies schlägt sich in höheren Temperaturen und z.B. der Dimension des Netzteils nieder. Dieses sollte man, wie bereits erwähnt, nicht zu billig wählen.

Man muss sich auch bewusst sein, dass eine ältere Infrastruktur nicht immer die Möglichkeiten und Anschlüsse aktueller Hardware bieten kann. Eventuelle muss man mit einer geringen Zahl von schnellen USB-Anschlüssen oder fehlenden SATA Anschlüssen rechnen. 

Gaming Leistung

Aber welche Leistung bietet das System jetzt?

Im CPU Benchmark Cinebench erreicht der Prozessor 299 Punkte, kein wirklich überragender Wert aber auch kein Totalausfall. In mehr oder weniger aktueller i3 6100 erreicht einen etwas höheren Wert bei weniger Kernen.

Für „3D Mark: Skydiver“ hatte ich einen Benchmark erstellt, diesen kann ich aber leider nicht mehr vorlegen.

In „World of Warcraft“ bietet das System sehr gute Leistung im SinglePlayer und in der OpenWorld, Probleme treten aber im Multiplayer bzw. Raidsetting auf. Hier limitiert die CPU, gerade im Bereich LfR mit mehreren Spielern kämpft man mehr gegen niedrige Framezahlen als gegen die Monster der Spielwelt.

Der bekannte und beliebte Battle Royal Shooter „Player Unknow´s Battle Ground“ (PUBG) ist nach etwas Optimierung in den Einstellungen mit 40 – 60 Frames per Second gut spielbar. Wer hier aber auf Höchstleistungen aus ist, ist mit einem aktuelleren System besser bedient. Der Shooter ist leider auch nicht besonders gut auf seine Leistung hin optimiert. 

In Esport-Titeln wie Overwatch, League of Legends oder CS:GO hat das System generell keine Probleme mit flüssiger Darstellung. Diese Titel sind von ihrer Art her aber bereits sehr genügsam in Bezug auf Hardware. 

Ausblick 

In einem solchen System bietet sich das Thema Übertaktung natürlich immer an, um noch mehr aus der vorhandenen Hardware herauszuholen. Dies bedarf aber meist auch der Optimierung der Kühlung und nicht jeder Prozessor ist gleich gut für Übertaktung geeignet. Der übertaktungsfreudige Enthusiast sollte sich auch entsprechend mit den Einstellungen im BIOS auskennen und sich bestenfalls im Vorfeld ausreichend über das Übertaktungspotential des Systems informieren. 

Wenn das System steht, kann man auch überlegen, Mainboard und CPU eventuell gegen ein X58 System mit einer sechskernigen CPU aus der Reihe Xeon X56xx auszutauschen. Dies ist aber meistens nicht unter 100,- € zu bewerkstelligen, bietet aber durchaus noch eine gut erkennbare Leistungssteigerung. Die CPU ist meist recht günstig zu im Bereich um die 30,- € zu erwerben, passende Mainboards findet man  aber selten unterhalb von 100,- bis 300,- €. 

 

Mir hat die Erstellung des Gaming Systems sehr viel Spaß gemacht. Gerade die Limitierung auf ein möglichst geringstes Budget hat mir gut gefallen. Habt Ihr auch schon Erfahrung mit älterer Hardware im Gaming Bereich? Oder würdet ihr grundsätzlich nur auf aktuelle Systeme und Technik setzen?
Über Eure Meinung in den Kommentaren würde ich mich sehr freuen

Computer Innenleben

Ich bewege mich seit ein paar Jahren privat fast nur noch im Apple Ökosystem, das ja bekanntermaßen nicht unbedingt die beste Basis für ambitionierte Gamer bietet. Und trotz einer Playstation 4 im Haushalt ist Microsoft Windows nach wie vor das Betriebssystem Nummer 1. Also stand vor einiger Zeit die Investition in ein Hardwareprojekt für einen Gaming PC an, der allerdings finanziell im überschaubaren Rahmen bleiben sollte.

 

Die Recherche

Da ich mich, wie oben erwähnt, seit einiger Zeit nicht mehr mit der aktuellen Hardwareentwicklung auseinandergesetzt hatte, musste ich mich erstmal wieder auf den momentanen Stand der Technik bringen. Ein guter Anlaufpunkt in solchen Fällen ist natürlich die entsprechende Fachliteratur.  Zu empfehlen ist hier eigentlich immer die PC Games Hardware. Man bekommt neben relevanten Artikeln auch immer gute Tabellen an die Hand, um verschiedene Hardwarekomponenten entsprechend ihres Preis-Leistungs-Verhältnisses einzuordnen. Das, und die Suche nach speziellen Low Budget Gaming Komponenten, brachte mich letztendlich an mein Ziel, einen möglichst leistungsfähigen Gaming PC für mein Hobby zusammenzustellen.

Die Gaming PC Hardware

Nach der ausführlichen Recherche ging es an die Hardwarezusammenstellung. Nach der Abwägung aller relevanten Gesichtspunkt, wie die angestrebte Leistung und Preis, habe ich mich für folgende Einzelkomponenten entschieden:

  • CPU: Intel Core i3-6100 Boxed Edition
  • Mainboard: MSI H110M PRO VH110
  • GPU: XFX 8GB RX 480 Black Edition
  • RAM: Kingston HyperX DIMM 8GB DDR4-2133 Kit
  • Netzteil: Thermaltake Hamburg 530 Watt
  • Festplatte: SanDisk Ultra II SSD 2,5″ 240GB
  • Monitor: BenQ 24″ GL2450 LED
  • Gehäuse: Sharkoon VG4-W PC-Gehäuse mit Window Kit

Dieses System bietet mehr als ausreichende Spiele-Leistung in einer Full-HD-Auflösung für insgesamt ca. 800,- Euro. Die Komponenten wurden von mir live auf der Plattform Twitch.tv zusammengebaut, als Software-Basis kam wie geplant Windows 10 zum Einsatz.

 

Die Gründe

Warum ein Core i3?

Dieser Prozessor bietet für das geplante Einsatzgebiet tatsächlich das beste Preis/Leistungsverhältnis. Er hat zwar nur zwei “echte” Kerne, beherrscht aber Hyperthreading, also das virtuelle Simulieren mehrerer Kerne. Und mit einem Takt von 3,7 GHz bietet er ausreichend Rechenleistung für aktuelle und zukünftige Spieletitel. Ein i5 wäre zwar ebenso sinnvoll, aber auch teurer und würde auch ein besseres Mainboard nach sich ziehen (ein weitere Kostenfaktor).

AMD Prozessoren wären zwar tatsächlich noch ein paar Euro billiger, die “aktuelle” Architektur ist allerdings fast vier Jahre alt, ebenso die dazugehörige Infrastruktur. Also keine wirkliche Empfehlung mehr. “Ryzen”, so die neue Generation an AMD-Prozessoren, steht zwar in den Startlöchern, ist aber noch nicht auf dem Markt und wird auch noch etwas auf sich warten lassen.

Warum dieses Mainboard?

Die kleinste und geringste Ausbaustufe des verbauten Chipsatzes bietet genügend Ausstattung für einen reinen Gaming PC. USB 3.0 ist an Bord, ebenso eine schnelle Anbindung der Grafikkarte. Zwar besitzt das Board nur zwei Slots für Arbeitsspeicher, mehr hatte ich aber sowieso nicht vor zu verbauen. Sollte ich tatsächlich einmal mehr RAM benötigen, würde ich diesen sowieso komplett ersetzen. Eine separate Soundkarte kann noch nachgerüstet werden, andere Erweiterungskarten werden von mir nicht benötigt.

Warum nur 8 GB RAM?

Ganz einfach: Mehr hätte mehr gekostet und somit den finanziellen Rahmen gesprengt. 8 GB RAM sind für aktuelle Spiele ausreichend, vor allem, da der PC keine anderen Aufgaben neben dem Spielen erledigen muss.

Keine magnetische Festplatte?

Nein, ich benötige keine großen Speichermöglichkeiten und die SSD ist für das Betriebssystem und ein paar Spiele vollkommen ausreichend.

Warum diese Grafikkarte?

Als ich den PC zusammenstellte, war die aktuelle GPU-Generation von Nvidia noch nicht auf dem Markt verfügbar. AMD allerdings hatte mit seiner Polaris-Architektur eine sehr leistungsfähige GPU auf dem Markt, die noch dazu 8 GB DDR5 RAM mit an Bord hat. Mehr als ausreichende Reserven für aktuelle und kommende Spiele. Selbst jetzt, da die aktuellen GTX Grafikkarten auf dem Markt sind, bereue ich meine Wahl nicht. Diese sind nämlich entweder teurer, haben weniger Arbeitsspeicher oder schlechter Leistungsdaten, als die von mir verbaute Karte.

 

Was haltet Ihr von der Zusammenstellung? Wie schaut Euer Gaming PC aus? Über Rückmeldungen in den Kommentaren würde ich mich freuen.