Das Bayerische Landeskriminalamt warnt vor Fake-SMS

Eine SMS stößt einen unkontrollierten Nachrichtenversand an. Man geht davon aus, dass dadurch auch Daten für spätere Betrugshandlungen ausgespäht werden.

LKA Bayern

Foto: LKA Bayern

Wie das LKA Bayern berichtet, erhielt ein 39-jähriger Mann aus Aschaffenburg eine SMS, die ihm von einer unbekannten Rufnummer zugesandt worden war. In dieser wurde er über die angebliche Zustellung eines Pakets informiert. Nachdem er den Link in der Nachricht geöffnet hatte, wurde eine Schadsoftware auf sein Smartphone geladen. Diese Schadsoftware wurde dann, wohl eher unbewusst, installiert. Daraufhin musste er mit ansehen, wie sein Smartphone automatisch den Inhalt der zuvor geöffneten SMS kopierte und diese an alle Kontakte seines Adressbuchs versandte.

 

 

Der 39-Jährige kontaktierte daraufhin die Kriminalpolizei Aschaffenburg. Auf deren Anraten schaltete er sein Telefon in den Flugmodus und konnte das Gerät anschließend zurücksetzen. Nur so gelang es ihm, den Vorgang zu stoppen. Ein unmittelbarer Schaden entstand für den Anzeigenerstatter nach bisherigem Ermittlungsstand jedoch nicht.

Die Polizei geht davon aus, dass durch die Weiterleitung der SMS Daten für spätere Betrugshandlungen ausgespäht und gesammelt werden und warnt aus diesem Grund vor dem Phänomen.

Das Polizeipräsidium Unterfranken rät daher:

  • Überprüfe immer den Absender und den Inhalt einer SMS, bevor du einen Link öffnest. Wird tatsächlich ein Paket erwartet? Ist der Absender bekannt? Sind die enthaltenen Informationen und der Absender schlüssig?
  • Bestätige niemals die Installation von unbekannten Apps auf deinem Smartphone. Deaktivieren die automatische Installation unbekannter Apps auf deinem Smartphone.
  • Genehmige Apps keinen SMS Versand, wenn dies nicht zwingend notwendig ist

Man sollte grundsätzlich nie Links in Nachrichten unbekannter Herkunft öffnen. Das gilt bei SMS genauso so wie bei E-Mails oder Nachrichten in Chats. In der aktuellen Pandemie wird ja grundsätzlich viel Online bestellt. Daher ist diese Masche mit einem angeblichen Paket natürlich sehr erfolgreich. Häufig sitzt der Absender der SMS auch im Ausland. Also auch schon die Rufnummer des Absenders sollt einem gegebenenfalls skeptisch machen.

Apps beziehungsweise APK-Dateien unbekannter Herkunft sollte man keinesfalls installieren. Unter Android ist die Installation von Apps außerhalb des Google Play Stores von Werk aus gesperrt. Überprüfe, ob das auf deinem Smartphone auch immer noch so ist. Diese Option findest du in der Regel unter:
Einstellungen – Apps und Benachrichtigungen – spezieller App-Zugriff – installieren unbekannter Apps
Hier sollte in allen Punkten ein „Nicht zulässig“ ausgewählt sein.

SMS-Versand und andere sicherheitsrelevante Punkte müssen schon bei der Installation einer App bestätigt werden. Lese dir immer genau durch, welche Rechte eine App fordert und beschränke diese, falls notwendig. Dies kann auch bei Apps aus dem Google Play Store ratsam sein.

Wenn du befürchtest bereits Opfer der SMS Masche geworden zu sein:

  • Schalte dein Smartphone in den Flugmodus
  • Prüfe dein Handy (am besten regelmäßig) auf unbekannte und unnötige Apps
  • Setze dein Gerät auf die Werkseinstellungen oder einen zurückliegenden Wiederherstellungspunkt. Lege daher regelmäßige Back-ups deiner wichtigen Dateien an.

 

Wenden dich im Verdachtsfall an deine örtliche Polizeidienststelle. Alternativ an die Zentralstelle Cybercrime unter der Rufnummer 089/1212-4400

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